PKV: Selbst gezahlte Krankheitskosten absetzbar?

Berater von Michael Fiedler

Wer Leistungen der Privaten Krankenversicherung selbst zahlt, kann mit Beitragsrückerstattungen rechnen. Doch sind diese Krankheitskosten von der Steuer absetzbar? Darüber befand der Bundesfinanzhof.

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Wann sind selbstgezahlte Krankheitskosten von der Steuer absetzbar? Dazu entschied der Bundesfinanzhof. Bild: pixabay / webandi

Im vorliegenden Fall übernahm ein Versicherter angefallenen Krankheitskosten selbst und machte sie nicht bei der Krankenversicherung geltend. Ziel des Mannes: Wenn er keine Kosten bei seinem Versicherer geltend macht, kommt er in den Genuss von Beitragserstattungen. Diese Aussicht allein reichte dem Mann aber offenbar nicht: In seiner Einkommenssteuererklärung versuchte er, die selbst gezahlten Krankheitskosten als Beiträge zur Krankenversicherung abgezogen zu bekommen. Maßgeblich dafür ist § 10 Abs. 1 Nr. 3 Satz 1 Buchstabe a EStG.

Dieser Auffassung widersprachen die Richter am Bundesfinanzhof (X R 3/16) und bestätigten damit die Vorinstanzen.
So können nur solche Ausgaben als Beiträge zur Krankenversicherung abziehbar sein, die im Zusammenhang mit der Erlangung des Versicherungsschutzes stünden und damit der Vorsorge dienten.

Unterschied zum Selbstbehalt

Vergleichbar ist der Fall mit den Regelungen zum Selbstbehalt. Hier hatte der BFH bereits entschieden, dass solche Selbst- bzw. Eigenbehalte nicht als Beiträge zu einer Versicherung zu werten sind.
Unterschied zu selbst getragenen Krankheitskosten: Beim Selbstbehalt verzichtet man im Vorhinein verbindlich auf Versicherungsschutz. Bei selbst gezahlten Krankheitskosten kann man sich quasi bei Vorliegen der Rechnung aussuchen, ob man die Summe zahlt, um Beiträge zurückzubekommen.
Beiden Konstellationen gemeinsam ist allerdings, so die Richter, dass die Kosten nicht getragen werden, um den Versicherungsschutz "als solchen" zu erhalten.

Außergewöhnliche Belastung?

Eine außergewöhnliche Belastung gemäß § 33 EStG kam ebenfalls nicht Betracht, da die Krankheitskosten die zumutbare Eigenbelastung (§ 33 Abs. 3 EStG) nicht überstiegen.

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