Nachhaltigkeitsfonds: Gutes Investment oder Etikettenschwindel?

Investmentfonds Top News von Alexandra Jegers

Nachhaltigkeitsfonds sind beliebt wie nie. Bei der Auswahl des Investments sollten Berater sorgfältig hinschauen: Viele Produkte halten nicht, was sie versprechen.

Nachhaltigkeitsfonds erfreuten sich zuletzt wachsender Beliebtheit.

Nachhaltigkeitsfonds erfreuten sich zuletzt wachsender Beliebtheit. Illustration: Roman Kulon - Pixabay.de

haltigkeitsfondsDerzeit läuft es nicht sonderlich gut für den Klimaschutz. Allein Donald Trump sorgte im vergangenen Jahr für eine ganze Reihe von Hiobsbotschaften: Im August kündigte der US-Präsident den Ausstieg der Vereinig-ten Staaten aus dem Pariser Klimavertrag an. Im Oktober verkleinerte er zwei Naturschutzgebiete im Bundesstaat Utah um insgesamt rund 8.000 Quadratkilometer. Und im Dezember senkte er die Umweltanforderungen so weit, dass Ölbohrungen im Ozean deutlich leichter werden. In anderen Ländern sieht es kaum besser aus.

In Deutschland haben Union und SPD bei ihren Sondierungen für eine Große Koalition das nationale Klimaziel für das Jahr 2020 gekippt. Im Januar erklärte Russlands Präsident Wladimir Putin den Klimawandel zu einem natürlichen Phänomen. Und China beteuert zwar regelmäßig, seinen CO2-Ausstoß zu senken, bezieht aber noch immer zwei Drittel seiner Energie aus Kohle.

Während Umweltthemen in der Politik an Bedeutung zu verlieren scheinen, werden sie für Investoren immer wichtiger. Nicht nur Privatanleger, auch Vermögensverwalter, Pensionsfonds, Versicherungen und Städte setzen bei der Auswahl ihrer Anlagen zunehmend auf sogenannte ESG-Kriterien. ESG steht für „environmental, social and corporate governance“, also Umweltschutz, soziale Aspekte und gute Unternehmensführung. „2025 wird es in Deutschland kaum eine öffentlich-rechtliche Institution geben, die ihr Geld nicht nachhaltig anlegt“, prognostiziert Christoph Groß, Nachhaltigkeitsfondsmanager bei LBBW Asset Management.  

Fondsanzahl steigt nachhaltig

Eine Auswertung des Sustainable Business Institute (SBI) belegt, dass immer mehr Investoren ihr Geld mit gutem Gewissen anlegen. Zum Ende des dritten Quartals 2017 verwalteten nachhaltige Publikumsfonds in Deutschland, Österreich und der Schweiz insgesamt 90 Milliarden Euro. Im Jahr 2007 lag das Volumen erst ein Drittel so hoch. Auch beim Angebot zeigt sich im deutschsprachigen Raum ein massiver Trend nach oben. So ist zwischen 2007 und 2017 die Zahl der nachhaltigen Publikumsfonds in der SBI-Datenbank von 166 auf 464 gestiegen.

Allein im vergangenen Jahr nahm das SBI 64 Fonds neu auf, die entweder aufgelegt oder erstmals für den deutschsprachigen Vertrieb zugelassen wurden oder die ihre Strategie auf Nachhaltigkeit umgestellt hatten. Rund die Hälfte der Öko-Fonds setzt den Schwerpunkt auf Aktien. Nachhaltige Mischfonds verwalten 16 Milliarden Euro des Gesamtvermögens. Öko-Renten- und Dachfonds haben einen deutlich geringeren Marktanteil.

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