MiFID II und die Auswirkungen

Berater Investmentfonds von Martin Thaler

Seit 3. Januar ist die MiFID-Richtlinie in Deutschland in Kraft. Welche Auswirkungen bislang für Kunden und Finanzwirtschaft feststellbar sind, wurde nun die Bundesregierung gefragt.

Die Bundesregierung wurde nach den Auswirkungen von MiFID II gefragt.

Die Bundesregierung wurde nach den Auswirkungen von MiFID II gefragt. Foto: LoboStudioHamburg - Pixabay.de

Die negativen Auswirkungen durch die Einführung der Europäischen Richtlinie „Markets in Financial Instruments Directive“, besser unter dem Akronym MiFID II bekannt, sind aus Sicht der Bundesregierung überschaubar. Dies geht aus der Antwort der Regierung auf eine kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor.  

Nur vereinzelt hätten Finanzinstitute aufgrund der erhöhten regulatorischen Anforderungen das Wertpapiergeschäft eingeschränkt oder komplett beendet. Hierbei handele es sich zudem um Institute, die bereits zuvor Wertpapierdienstleistungsgeschäft nur in geringem Umfang angeboten hätten. Durch MiFID II müssen unter anderem Telefongespräche zu Wertpapiergeschäften aufgezeichnet werden (man spricht hier vom sogenannten „Taping“), die Kunden zudem genauer über anfallende Kosten informiert werden. Inwieweit bereits Auswirkungen für freie Finanzberater erkennbar seien, darüber machte die Bundesregierung in ihrer Antwort keine Angaben.  

Dass der gesteigerte Beratungsaufwand Änderungen beim Kundenverhalten bewirkt hätte, hat die Bundesregierung nicht registriert. „Der Bundesregierung liegen keine Informationen darüber vor, dass Kunden infolge der neuen Vorschriften ihr Verhalten geändert haben“, heißt es hierzu. Marktteilnehmer hatten zuvor mehrfach geäußert, dass sich Kunden aufgrund der Flut an Informationen teils überfordert gezeigt hätten. Die Befürchtung wurde laut, dass insbesondere Einsteiger hiervon abgeschreckt werden könnten.  

Positive Auswirkungen für Finanzwirtschaft

Da die Finanzmarktrichtlinie allerdings erst vor drei Monaten in Kraft getreten ist, liegen der Bundesregierung zu vielen von der FDP-Fraktion gestellten Fragen noch keine Erkenntnisse vor. So könne die Bundesregierung unter anderem keine Einschätzung zur der Frage treffen, ob es beim Thema MiFID II Nachbesserungsbedarf gebe. Auch zu durch die Finanzmarktrichtlinie ausgelösten negativen, aber auch positiven Wirkungen wollte sich die Bundesregierung nicht äußern.  

Grob zusammengefasst verspricht sich die Bundesregierung durch die Reform eine Verstärkung der Transparenz an den Handelsplätzen und eine Verbesserung des Anlegerschutzes. Durch eine Verbesserung bei der Kostentransparenz solle es den Kunden ermöglicht werden, „eine bewusste Anlageentscheidung auf informierter Grundlage zu treffen und Produkte besser zu vergleichen“.  

Auch die Finanzwirtschaft profitiere aus Sicht der Regierung, da der verbesserte Anlegerschutz und die verschärften Sanktionsregelugen das allgemeine Vertrauen in den Finanzplatz erhöhten.

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