Betrugsverdacht: Durchsuchung bei der Barmer

Versicherungen von Martin Thaler

Die Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt gegen die Barmer Krankenkasse. Der Verdacht: Gefälschte Daten, um mehr Geld aus dem Gesundheitsfonds zu erhalten. Nun kam es wohl zu einer Durchsuchung der Firmenzentrale.

So titelte vor zwei Jahren die Bild-Zeitung zum vermeintlichen Betrug von Krankenkassen.

So titelte vor zwei Jahren die Bild-Zeitung zum vermeintlichen Betrug von Krankenkassen. Foto: procontra

Hat die Barmer, die zweitgrößte deutsche Krankenversicherung, Daten so verändert, dass sie am Ende mehr Geld aus dem Gesundheitsfonds erhielt? Dieser Verdacht wird derzeit von der Berliner Staatsanwaltschaft untersucht. Wie das Magazin „Der Spiegel“ in seiner neuesten Ausgabe berichtet, gab es in diesem Zusammenhang am 6. März Razzien, sowohl in der Hauptzentrale der Barmer in Wuppertal, als auch in Berliner Räumlichkeiten sowie in Privatwohnungen von beschuldigten Mitarbeitern.  

Im Verdacht stehen nach Angaben des Magazins zwei ehemalige Vorstände der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin und zwei Mitarbeiter der Barmer. Die Barmer gab gegenüber dem Spiegel an, keinerlei Anhaltspunkte für ein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten zu haben. Man arbeite eng und vertrauensvoll mit der Berliner Staatsanwaltschaft zusammen.  

Bereits im November 2016 hatte das Bundesversicherungsamt ein offizielles Prüfverfahren gegen die Barmer GEK eingeleitet – auch hier ging es Medienberichten zufolge um den Vorwurf, die Krankenkasse habe Arzt-Diagnosen nachträglich verändert bzw. ergänzt, um mehr Geld aus dem Gesundheitsfonds zu erhalten. Die Barmer hatte die Vorwürfe als haltlos zurückgewiesen.  

Zuvor hatte der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung eingeräumt, dass die gesetzlichen Krankenkassen bei der Abrechnung von Leistungen massiv schummeln und ihre Kunden kränker erschienen ließen, als diese eigentlich seien.  

Auch für Versicherungsnehmer können solche „Umdeutungen“ der eigenen Krankheitshistorie schwerwiegende Folgen haben – beispielsweise wenn es um den Abschluss einer BU-Versicherung geht. Hierauf machte damals der Osnabrücker Makler Matthias Helberg aufmerksam.

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