Aufsicht: Schutz für ältere Investoren verbessern

Investmentfonds von Michael Fiedler

Der Anlegerschutz für ältere Investoren muss verbessert werden. Welche Herausforderungen bestehen und wie die internationale Finanzaufsicht vorgehen will, um Risiken für die "Silver Ager" zu minimieren.

Geldanlage Senior Alter Investment

Senioren brauchen mehr Finanzbildung und besseren Schutz vor Betrügern, so die IOSCO. Bild: pixabay / AlessandroSquassoni

Die International Organization of Securities Commissions (IOSCO) ist die internationale Vereinigung der Wertpapieraufsichtsbehörden. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ist Mitglied der Organisation, die internationale Standards auf dem Gebiet der Wertpapieraufsicht entwicklen soll.

In einem aktuellen Report ("Senior Investor Vulnerability" 75 Seiten, englisch) hat die IOSCO untersucht, welchen Einfluss die alternde Bevölkerung auf den Anlegerschutz hat.

Die größten Risiken für Senioren

Der Untersuchung zufolge sind die größten Risiken für Senioren:

  • Ungeeignete Finanzprodukte
  • Finanzbetrug durch jemand anderen als einem Familien-Mitglied, wie ein Finanzberater ...
  • Verminderte kognitive Fähigkeiten, die finanzielle Auswirkungen der Entscheidung zu überblicken
  • Komplexe Produkte
  • Mangelne Finanzbildung

Soziale Isolation kann all diese Faktoren zusätzlich verstärken. Mit dem Alter steigt also die Anfälligkeit für finanzielle Ausbeutung und Betrug, so die IOSCO. Die Organisation betrachtete im Report auch die Maßnahmen einzelner Länder, um den Bedürfnissen älterer Anleger gerecht zu werden. So gibt es in Japan beispielsweise Richtlinien zur Überprüfung von Vertriebsstrukturen, interne Überwachungssysteme und Prüfungen für Wiederanlage-Entscheidungen von Senioren.

Die IOSCO hat aus den Erhebungen Maßnahmen abgeleitet, die zur Umsetzung empfohlen werden. So sollten

  • Bildungsprogramme und Ressourcen für ältere Investoren bereitgestellt werden.
  • innerhalb bestehender regulatorischer, erzieherischer oder Beratungsprogramme senior-fokussiertes Fachwissen gefördert werden.
  • Forschungsprojekte über die Häufigkeit und die Mechanismen von Anlagebetrug, die Senioren betreffen, durchgeführt werden.
  • die nationalen Aufsichtsbehörden die eigenen Mitarbeiter schulen, um mögliche Anlagebetrugsfälle zu erkennen.

Auch Finanzdienstleistungsunternehmen seien gefordert, besser auf die Bedürfnisse von älteren Investoren einzugehen und ebenfalls die eigenen Mitarbeiter im Umgang mit der Zielgruppe "Silver Ager" vorzubereiten.

Die IOSCO hat eine Arbeitsgruppe gebildet, die in einem Jahr eruieren soll, wie sich der Report auf die nationalen Vorschriften ausgewirkt hat bzw. wie die Mitglieder der IOSCO die Schutzmaßnahmen für ältere Anleger verbessert haben.

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