Warum der Ruhestand zu immer mehr Unruhe führt

Versicherungen von Martin Thaler

Die Zahl der Grundsicherungsempfänger steigt immer weiter, wie neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen. Einher damit geht auch die Angst immer größerer Teile der Bevölkerung vor dem Leben im Ruhestand.

Immer mehr Menschen können nicht mehr unbeschwert ihren Ruhestand genießen.

Immer mehr Menschen können nicht mehr unbeschwert ihren Ruhestand genießen. Foto: TheDigitalArtist - Pixabay.de

Der Traum vom sorgenfreien Ruhestand rückt für immer mehr Senioren in weite Ferne. Dies verdeutlichen eine Umfrage der Fondsgesellschaft Amundi sowie neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes.  

Da sind auf der einen Seite die Befürchtungen derjenigen, die bald in Rente gehen werden – die sogenannte „Generation 50 plus“. In dieser ist laut besagter Amundi-Studie die Angst, dass das Geld im Ruhestand nicht reichen wird, weit verbreitet. Auch, weil die Altersvorsorge nicht ausreichend ist. Auf der anderen Seite glauben gerade einmal sieben Prozent genannter Generation, dass es bei ihnen nicht zu einer Rentenlücke kommen wird.  

Der Rest rechnet indes mit finanziellen Abstrichen im Alter – 52 Prozent haben sogar ganz genau nachgerechnet: Sie gaben an, genau zu wissen, wie hoch die Rentenlücke bei ihnen ausfallen werde. Und das scheint in den meisten Fällen wohl recht deutlich zu sein. Denn 55 Prozent der Befragten sind überzeugt, den jetzigen Lebensstandard im Alter nicht halten zu können. 42 Prozent befürchten sogar Altersarmut.  

An dieser Stelle kommen dann die neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zum Tragen, die den Befürchtungen weiter Auftrieb geben könnten. Denn die Zahl der Menschen, die auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen sind (Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung), nimmt weiter zu – von September 2017 auf Dezember 2017 um insgesamt 3,2 Prozent auf nun 1.059.000 Personen.  

Blickt man ein wenig weiter in die Vergangenheit, hat sich die Zahl der Grundsicherungs-Empfänger hingegen deutlich erhöht. So waren im Dezember des Jahres 2003 438.831 Menschen leistungsberechtigt – seitdem hat sich die Zahl mehr als verdoppelt.  

Immer mehr Menschen auf Grundsicherung angewiesen

Nimmt man nun aus der Gesamtmenge diejenigen Leistungsbezieher heraus, die Grundsicherung aufgrund von Erwerbsminderung beziehen, kommt auf diejenigen, die aufgrund von Altersarmut Grundsicherung beziehen. Das waren im Dezember 2017 insgesamt 544.090 Menschen in Deutschland. Im September 2017 waren es noch 536.459 Menschen gewesen – ein Plus von 1,42 Prozent also.  

 

JahrZahl der Grundsicherungsempfänger im Alter
2003257.734
2005342.855
2007392.368
2009399.837
2011436.210
2013497.433
2015536.121
2016525.595
Dez. 2017544.090

Doch auch hier lohnt der Blick in den zeitlichen Rückspiegel: So hat sich auch hier die Zahl der Leistungsempfänger seit 2003 mehr als verdoppelt. Damals lag die Zahl der Leistungsempfänger noch bei 257.734 Menschen. Anzumerken ist an dieser Stelle, dass die Zahl der Menschen in Altersarmut aber wohl wesentlich höher ausfällt. Gerade bei den Leistungsberechtigten für die Grundsicherung im Alter gehen Forscher von einer hohen Dunkelziffer aus. Viele Menschen würden auf ihre Grundsicherung verzichten, schlicht und einfach aus dem Grund, da sie sich schämten.  

Der Großteil der Grundsicherungsempfänger sind übrigens Frauen: 316.425 an der Zahl, denen 227.665 Männer gegenüberstehen. Gründe für das Ungleichgewicht bei den Geschlechtern ist unter anderem, das Frauen während des Erwerbslebens nur auf ein geringeres Einkommen als Männer kommen. Zudem sind in den meisten Fällen immer noch die Frauen für die Kindererziehung zuständig, was zu längeren Zeiten ohne Einkommen führt.

Hinweis: Wie man Best Ager als Kunden gewinnt, darüber referiert Alexander Wild (Feierabend Online Dienste für Senioren AG) am 17. April auf der Online-Messe profino.

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