Sorge vor Altersarmut nimmt zu

Berater von Michael Fiedler

Demographischer Wandel? Die meisten Deutschen verbinden damit Altersarmut, erhöhte Lebensarbeitszeit und steigende Rentenbeiträge. Gleichzeitig wollen Menschen aber auch länger arbeiten. Wovon das abhängt, zeigt eine Studie.

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Warum länger arbeiten? Viele Menschen erwarten, dass ihnen keine andere Wahl bleibt, als auch im Alter zu arbeiten. pixabay / Pexels

Altersarmut, erhöhte Lebensarbeitszeiten und steigende Rentenbeiträge - mit diesem Dreiklang treibt man Deutschen Sorgenfalten auf die Stirn. Und diese Falten werden - um im Bild zu bleiben - tiefer. Die Sorgen werden also drängender. Fürchteten 2014 noch 55 Prozent der Deutschen die Risiken des demographischen Wandels, stieg dieser Wert auf aktuell 65 Prozent. Als mögliche Folgen des demographischen Wandels nennen die Deutschen besonders häufig:

  • steigende Altersarmut (83 Prozent)
  • späterer Renteneintritt (80 Prozent)
  • steigende Rentenversicherungsbeiträge (77 Prozent)

Immer mehr wollen länger arbeiten

Insgesamt ist die Akzeptanz von längerer Lebensarbeitszeit gestiegen. So wollen 2002 noch 52 Prozent der Befragten eher in den Ruhestand, als gesetzlich vorgesehen. Dieser Wert hat sich laut aktueller Umfrage der Bertelsmann-Stiftung mehr als halbiert (25 Prozent). Im selben Zeitraum verdoppelte sich aber der Anteil derjenigen, die über die Ruhestandsgrenze hinaus arbeiten wollen (2002: 5 Prozent, 2017: 12 Prozent).

Wer mehr verdient, will länger arbeiten

Durchaus unterschiedlich sind allerdings die Motive für das "länger-arbeiten-wollen". Je höher Qualifikationsniveau und Haushaltseinkommen, desto eher spielen Motive wie "Freude an der Arbeit" und "Kontakt mit Menschen" eine Rolle. Je niedriger Einkommen und Qualifikationsniveau, desto eher sehen die Befragten längeres Arbeiten als finanzielle Notwendigkeit und weniger als sinnstiftende Chance. Danach gefragt, was sie zu Arbeit über den geplanten Ruhestandseintritt hinaus veranlassen würde, gaben die meisten Befragten "höhere Rentenansprüche an". "Für die Gestaltung des Altersübergangs sind starre Regelungen fehl am Platz, weil sie den unterschiedlichen Lebenslagen in der Bevölkerung nicht gerecht werden. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass durch Einheitslösungen soziale Ungleichheiten weiter verstärkt werden", so André Schleiter, Studienleiter und Experte für Demographie bei der Bertelsmann Stiftung.

Zur Studie:
Das Institut für Demoskopie Allensbach interviewte im Auftrag der Bertelsmann Stiftung für diese Repräsentativbefragung insgesamt 1.454 Personen der deutschen Wohnbevölkerung ab 16 Jahren zu ihren Einschätzungen zum demographischen Wandel. Die Erhebung wurde zwischen dem 7. und 19. Oktober 2017 durchgeführt.

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