PKV: Zusatzversicherung schafft Gerechtigkeit

Versicherungen Berater von Michael Fiedler

Wie definiert man "Gerechtigkeit" im Gesundheitssystem? Uwe Laue, Vorstandsvorsitzender der Debeka-Versicherungsgruppe und Vorsitzender des Vorstands des Verbands der Privaten Krankenversicherungen, gibt im Video-Interview Antworten und verrät auch, wo er die größten Herausforderungen der PKV sieht.

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Uwe Laue im Video-Interview mit Prof. Fred Wagner (Uni Leipzig). Bild: Screenshot Insurance TV

"Gerechtigkeit? Sollen Sie sich doch zusatzversichern..." Wer Uwe Laue so verstehen will, tut dem Debeka-Vorsitzenden unrecht. Im Video-Interview mit Prof. Fred Wagner (Uni Leipzig) wirkt Laue eher wie ein Don Quichote und nicht wie Marie-Antoinette. Don Quichote, weil Laue unermüdlich gegen die Bürgerversicherung argumentiert und sich an "ideologisch verblendeten Politikern" abarbeitet. So sei es an der Realität vorbei, wenn man PKV als System der "Besserverdienenden" gegen die GKV aufbauen will. Denn, so Uwe Laue, in der PKV sind auch etwa 3 Millionen Kinder versichert und auch 1,5 Millionen Beamte, deren Durchschnittseinkommen geringer ist, als das Durchschnittseinkommen der Gesamtbevölkerung. Auch Selbständige seien als Beispiel für Besserverdienende ungeeignet, so Uwe Laue. Zeigen würde sich u.a. daran, dass die GKV-Beiträge für freiwillig-versicherte Selbständige zu hoch sind und deshalb gerade reformiert werden.

"Es gibt keine Zwei-Klassen-Medizin"

Hartnäckig besteht Laue darauf, dass es in Deutschland keine sogenannte "Zwei-Klassen-Medizin" gibt. Es gäbe ein Gesundheitssystem mit unterschiedlichen Zugangswegen. In der Debatte um das Gesundheitssystem würden Aspekte vermengt, die gar nichts miteinander zu tun hätten. So habe das Problem der Terminvergabe nichts mit der PKV zu tun, sondern sei Folge der Budgetierung im GKV-System, so Uwe Laue im Video-Interview.
Und das Lauterbach-Argument, dass ein Arzt für die gleiche Leistung beim PKV-Patienten mehr Geld bekommt? Ist das nicht ungerecht, fragte Prof. Wagner stellvertretend. Laue wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass 21 Prozent der Gesamtkosten im System von den knapp 9 Millionen Privat-Versicherten getragen werden. Das entspräche etwa 21 Milliarden Euro im Jahr. Fällt diese Summe weg, muss überlegt werden, wo das Geld sonst herkommen soll, wenn das Niveau der medizinischen Versorgung gewährleistet bleiben soll. Laues Fazit: "Das System braucht diese Einnahmen." Die PKV wird als unsolidarisch diskreditiert, obwohl die PKV einen Großteil der Kosten "einspielt" ohne Zuschüsse aus Steuermitteln zu erhalten.

Video-Interview: Prof. Wagner und Uwe Laue

 

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