MEG: "Nur 20 Prozent sorgten für Umsatz"

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Der Prozess um Mehmet Göker läuft - ohne ihn. Während hierzulande Geschäftspraktiken der MEG Gegenstand juristischer Untersuchungen sind, schreibt Göker weiter Geschäft von der Türkei aus.

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2010: Mehmet Göker (Mitte) im Amtsgericht Kassel auf dem Weg zum ersten Prozess. Dieses Mal kam Göker nicht. Bild: Uwe Zucchi / dpa

Wie erwartet, ist Mehmet Göker nicht zum Prozessauftakt erschienen. Noch im Sommer 2017 als die Termine acht Jahre nach Gökers Flucht in die Türkei endlich terminiert wurden, freute sich der MEG-Gründer darauf, dass "die Sache nun final geklärt werde".
Inzwischen ist der dritte Prozesstag vergangen - doch vielmehr als die Erkenntnisse aus den Filmen zu Göker brachte der Prozess noch nicht zu Tage. Vergangene Woche sagte Ex-MEG-Finanzchef Michael Kopeinigg vor dem Landgericht Kassel aus. Dabei offenbarte der Kopeinigg eine eigene Sicht auf die MEG-Pleite. Wie die Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA) berichtet, sagte Kopeinigg, dass die "schlechten Mitarbeiter zu 80 Prozent" Schuld an der MEG-Insolvenz hätten. Seinen Ausführungen zufolge, hätten nur 20 Prozent der Mitarbeiter für Umsatz gesorgt.

Axa bot 100 Mio. für MEG

Laut dem Ex-Finanzchef habe er versucht, eine Übernahme der MEG durch Axa zu verhandeln. Der Versicherer habe 100 Millionen Euro für MEG geboten, so Kopeinigg. Doch der Deal sei geplatzt, weil "die Axa merkte, dass Göker nicht zu kontrollieren war."

Göker in der Türkei

Göker hingegen macht von der Türkei aus weiter Geschäft, wie Bildschirmfotos nahelegen, die procontra zugespielt wurden. So schreibt Göker auf seinem Facebook-Account: "Leitender Angestellter von BMW - will PKV bei Conti - Antrag liegt mir vor - Gebe ich dem Höchstbietenden weiter. [...] Bitte nur konkrete Angebote - wer Reden will, soll Kunden anrufen und nicht mich!"

Die Angebote entsprachen aber nicht dem, was Göker gewohnt war. "Früher hatte ich 21", schreibt er - gemeint sind Monatsbeiträge (MB) als Provision. Geboten wurden Göker für den schließlich 5 MB. Ob Göker bei diesem Angebot "schwach" wurde, ist allerdings unklar.

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