Grüne: BU-Versicherung "bleibt Ergänzungsbaustein"

Berater Top News von Michael Fiedler

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist aus Sicht der Grünen ein Ergänzungsbaustein. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente müsse gestärkt werden, hieß es auf der 1. Fachkonferenz "Zukunftsmarkt Arbeitskraftabsicherung" in Leipzig. An welchen neuen Ansätzen im BU-Bereich gearbeitet wird und worauf sich der Vertrieb einstellen muss.

Dr.Gerhard Schick Arbeitskraftabsicherung Berufsunfähigkeit Konferenz

Sieht in der BU eher eine Ergänzung zur gesetzlichen Erwerbsminderungsrente, die gestärkt werden müsse: Dr. Gerhard Schick (MdB) finanzpolitischer Sprecher der Grünen. Bild: Versicherungsforen Leipzig

Mit der Verbreitung von Berufsunfähigkeitsversicherungen ist weder die Branche, noch die Politik zufrieden. Bei der so wichtigen Absicherung der Arbeitskraft muss sich etwas ändern. Welche Ansatzpunkte Politik und Branche bei diesem Änderungsprozess verfolgen, war ein Thema auf der 1. Fachkonferenz "Zukunftsmarkt Arbeitskraftabsicherung" der Versicherungsforen Leipzig am 6. und 7. März 2018.

BU-Versicherung "bleibt zentraler Ergänzungsbaustein"

Nach Ansicht von Dr. Gerhard Schick (MdB), finanzpolitischer Sprecher der Grünen, müsse die gesetzliche Erwerbsminderungsrente gestärkt werden. Dennoch bliebe die BU-Versicherung "ein zentraler Ergänzungsbaustein, den momentan nicht alle Menschen in Anspruch nehmen können", so Schick.
Politischer Rückenwind für eine Produktsparte hört sich anders an. Allerdings war ein solcher Rückenwind auch kaum zu erwarten gewesen. Vielmehr fürchten Branchenbeobachter ein stärkeres Eingreifen der Politik - mitunter gar eine Rückkehr zur staatlichen Absicherung. Vor diesem Hintergrund dürften die Aussagen von Schick wohl eher eine beruhigende Wirkung auf die Versicherer haben. Und die sparten nicht an Hinweisen, wie der Vertrieb die eigenen Produkte doch besser platzieren solle. Die BU sei nun mal als Premiumprodukt der Arbeitskraftabsicherung nicht jedem Kunden zugänglich (Preis, Ausschlüsse). Sogenannte "BU-Alternativen" sollten aber nicht als Notlösung angeboten werden.

Am Anfang war... die Risikoprüfung

Aber auch die Produkte selbst müssten sich ändern. Sie sollten verständlicher werden, hieß es auf der Konferenz, so, dass "Kunde und auch Vertrieb die Vorteile dieser Lösungen erfassen können".
Empfehlung vom Podium: Die Risikoprüfung solle an den Beginn der Beratung gestellt werden, damit auf dem Ergebnis aufbauend die passenden Produkte empfohlen werden können. Die Risikoprüfung dürfe nicht die letzte große Hürde sein, an der Kunden scheitern.

Schritt für Schritt Beitrag zurück

Der Ruf nach stark vereinfachten Produkten könnte sich für klassische Versicherungsvermittler allerdings als einer mit unerwünschten Folgen erweisen. Denn einfache Produkte lassen sich auch leichter Online vertreiben - ohne eigene Ausschließlichkeit oder Makler.
Ob die neuen Produkte wirklich so einfach sind, wird sich zeigen. Erklärungsbedarf könnte beispielsweise der Ansatz von Sijox (Signal Iduna Gruppe) wecken. Der Versicherer bietet seit 2014 Telematik-Tarife im Kfz-Bereich an. Nun kommt ein quasi Telematik-Ansatz für die Berufsunfähigkeit. Mit gesunder Lebensweise und Schrittzähler-App sollen sich Kunden bis zu 40 Prozent ihrer Beiträge zurückholen können. Nach fünf Jahren kann dann ohne Gesundheitsprüfung in ein Produkt der Konzernmutter Signal Iduna gewechselt werden.

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