Generali-Leben bald im externen Run-off?

Versicherungen von Florian Burghardt

Derzeit kursieren Meldungen über konkrete Kaufangebote für den Run-off-Bestand der Generali Leben. Procontra fragte bei dem Versicherer nach. Derweil bringt sich die Ergo nach dem abgesagten Verkauf selbst als Abwicklungsplattform in Stellung.

Werden die alten Lebensversicherungen verkauft oder bleiben sie in der eigenen Obhut? Bei der Generali will man sich in Kürze entscheiden.

Werden die alten Lebensversicherungen verkauft oder bleiben sie in der eigenen Obhut? Bei der Generali will man sich in Kürze entscheiden. Bild: Generali

Letzten Sommer kamen konkrete Überlegungen zum Verkauf des Generali Leben-Bestands auf den Tisch. Diese werden aktuell öffentlich wieder aufgewärmt durch die Berichte namhafter Medien (Versicherungsmonitor, Süddeutsche Zeitung, Bloomberg).  

Wie es heißt, hätten mehrere Run-off-Plattformen konkrete Angebote für den abzuwickelnden Leben-Bestand gemacht: Die Frankfurter Leben-Gruppe, die kürzlich erst die Pro bAV Pensionskasse AG des Axa Konzerns übernommen hat, Viridium, Käufer des Protektor LV-Bestands und Athene. Als Kaufpreis bringt die Nachrichtenagentur Bloomberg eine Milliarde US-Dollar (rund 820 Millionen Euro) ins Spiel.

Diese Meldungen wollte man seitens der Generali nicht kommentieren. Gegenüber procontra betonte ein Sprecher allerdings, dass weiterhin verschiedene Optionen geprüft werden, um den Übergang des Leben-Bestands in den Run-off so effektiv und sicher wie möglich zu managen. „Beispielsweise indem wir auf interne Expertise setzen oder durch die Zusammenarbeit mit spezialisierten Anbietern, die solche Maßnahmen bereits erfolgreich durchgeführt haben“, so der Unternehmenssprecher. Die Entscheidung über das weitere Vorgehen soll jedenfalls in Kürze getroffen werden.

Abwickler Ergo

Ob es der Generali dann schon möglich sein könnte, ihren Bestand durch die gemeinsame IT-Plattform von Ergo und IBM abwickeln zu lassen, steht noch nicht fest. Fakt ist aber, dass der Düsseldorfer Versicherer zusammen mit dem Softwarehersteller ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet hat, dass zuvorderst die Bestände der beiden stillgelegten Töchter Ergo Lebensversicherung und Victoria Lebensversicherung (knapp sechs Millionen Verträge) verwalten soll.

Wenn der Betrieb angelaufen ist, soll die Plattform auch für Dritte geöffnet werden. Also konkret für Lebensversicherer, die einen Verwalter bzw. Abwickler für ihre geschlossenen Leben-Bestände suchen. Die Ergo hatte sich nach viel öffentlicher Kritik durch Mitarbeiter, Verbraucherschützer und Kunden gegen einen Verkauf entschieden und die eigene Lösung zusammen mit IBM losgetreten. Lukrative Kaufangebote hätten aber durchaus vorgelegen.

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