EZB belässt Zins auf Null-Linie

Investmentfonds von Michael Fiedler

Der EZB-Rat behält seine Zinspolitik bei. Auch zu den Auswirkungen von angekündigten Strafzöllen äußerte sich Mario Draghi in Frankfurt am Main.

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Betont den Erfolg der geldpolitischen Maßnahmen: Mario Draghi, EZB-Präsident. Bild: Screenshot youtube / Pressekonferenz EZB

Die Niedrigzinspolitik bleibt dem Euroraum erhalten. Der EZB-Rat beschloss heute einstimmig auf seiner Sitzung in Frankfurt am Main, dass die Zinssätze beibehalten werden.

 

Zinsatz für...Wert in Prozent
Hauptrefinanzierungsgeschäfte0,00
Spitzenrefinanzierungsfazilität0,25
Einlagefazilität-0,40

 

Dieser Zustand werde einen "beträchtlichen Zeitraum lang" anhalten, sagte EZB-Präsident Mario Draghi auf der Pressekonferenz wörtlich. Dass die Leitzinsen niedrig bleiben, würde auch "weit über den Zeithorizont des Nettoerwerbs von Vermögenswerten hinaus" so bleiben.
Dieses Anleiheankaufprogramm soll solange fortgesetzt werden, bis der Rat "eine nachhaltige Korrektur der Inflationsentwicklung erkennt, die mit seinem Inflationsziel im Einklang steht." Ob der EZB-Rat bis zum möglichen Ausstieg im September 2018 eine solche Entwicklung erkennt, muss offenbleiben. Zwar würden die jüngsten Zahlen Vertrauen schaffen, doch die Strukturmaßnahmen im Euroraum müssten mit mehr Entschlossenheit durchgeführt werden. Auch die Banken- und Kapitalmarktunion müsse vorangetrieben werde.

Mit Blick auf die angekündigten Strafzölle der USA mochte Draghi nicht von einem Handelskrieg sprechen. Er frage sich allerdings, wer die Feinde sind, wenn die Freunde mit solchen Strafzöllen belegt werden sollen. Um Auswirkungen abzuschätzen, sei die Frage entscheidend, ob solches Verhalten zu Gegenmaßnahmen führt. Auch das Verhalten der Wechselkurse sei abzuwarten. Für den globalen Markt sei die Deregulierung von Finanzgeschäften in großen Regionen der Welt eines der größten Risiken, warnte Draghi.

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