Erstinformation: Check24-Urteil zieht Kreise

Berater Recht & Haftung Meistgeklickt von Michael Fiedler

Der Streit zwischen Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) und Check24 um die richtige Darstellung der Erstinformation zieht Kreise. Wie Anbieter von Homepage-Baukästen reagieren.

Erstinformation Check24 BVK OLG München

Das Urteil des OLG München im Rechtsstreit zwischen BVK und Check24 zieht Kreise (Symbolbild). pixabay / Didgeman

Die Darstellung der Erstinformation per Link in der Fußzeile (Fachbegriff: Footer) der Versicherungs-Internetseite ist nicht ausreichend, urteilte das OLG München im Streit zwischen Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) und Onlinemakler Check24. Betroffen von dem Urteil ist aber nicht nur Check24 - denn eine "Lex Check24" gibt es nicht. Heißt: Es sind wesentlich mehr Vermittler von den Anpassungen bei der Erstinformation betroffen.

Wann beginnt der Vermittlungsprozess?

Kann der Vermittlungsprozess online begonnen werden, sind Anpassungen bei der Erstinformation nötig. Das kann schon der Fall sein, wenn Onlineformulare in die Webseite eingebunden sind. Denn dort kann der Interessent personenbezogene Daten hinterlassen, um konkrete und für seine individuelle Situation sinnvolle Versicherungen empfohlen zu bekommen. Auch eingebundene Vergleichsrechner können die Pflicht zur Änderung bei der Darstellung der Erstinformation nach sich ziehen. Solche Kontaktformulare und Online-Rechner sind alles andere als eine Seltenheit. Gerade bei Angeboten von Homepage-Baukästen gehören Onlineformulare und Rechner, die eingebunden werden können, zum Standardangebot. Und viele Makler nutzen diese Baukästen, um im Netz Präsenz zu zeigen.

Baukasten-Anbieter ziehen nach

In einem Rundschreiben (liegt procontra vor) an seine Kunden teilte z.B. der Anbieter inveda.net mit, dass Änderungen bei der Erstinformation durchgeführt wurden. Im Schreiben heißt es: "Bevor ein Besucher ihrer Webseite einen Online-Rechner zum Berechnen eines Versicherungstarifes, zum Vergleich oder zum Abschluss aufrufen darf, muss er ab sofort bestätigen, dass er die Erstinformation zu Kenntnis genommen hat. Auf der Bestätigungsseite kann der Besucher die Erstinformation als PDF laden und speichern."

Wolfram Lefèvre, Geschäftsführer von expertenhomepage, fasste gegenüber procontra die Situation so zusammen: "Bei vielen Versicherungsmaklern herrscht gerade maximale Verunsicherung in Bezug auf die Impressums- und Informationspflichten auf der eigenen Homepage. Dabei werden die Themen IDD und das letzte Urteil im Rechtsstreit BVK gegen Check24 oft vermischt und in einen Topf geworfen. Die bis heute nicht abschließend geklärte Rechtslage führt bei beiden Themen zu widersprüchlichen Aussagen - sowohl von Juristen als auch der Fachpresse."

Kostenloser Erstinfo-Generator entwickelt

Deshalb hat das Unternehmen gemeinsam mit der Kanzlei Michaelis einen Impressums- und Erstinformations-Generator entwickelt. Die so erstellte Erstinformation lasse sich in jede Homepage integrieren, so Lefèvre. Und zwar so, wie Check24 es seit vergangener Woche selbst tut. "Sollte der BVK hier seine Drohung ernst machen und nochmals `nachtreten`, bin ich gespannt, wie das Gericht das bewertet und wie eine noch schärfere Lösung aussehen soll. Ich sehe - ehrlich gesagt - keine technisch sinnvolle und gleichzeitig für den Verbraucher transparentere Möglichkeit, die Erstinformation noch offensiver anzubieten", sagte Lefèvre gegenüber procontra.

Der Generator ist kostenlos und kann über ein ebenfalls kostenfreies Konto bei der Marketing-Plattform Digidor bezogen werden.

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