Die gesetzliche Rente wird erhöht, aber...

Berater Meistgeklickt von Florian Burghardt

Die nächste Rentenanpassung steht kurz bevor. Sie verspricht ein schönes Plus sowie eine weitere Annäherung von Ost- an Westrenten. Für die Rentner von Morgen besteht aber weiterhin dringender Handlungsbedarf.

Wenn sie ihren Lebensstandard im Alter halten wollen, besteht für die Rentner von Morgen weiterhin dringender Handlungsbedarf.

Wenn sie ihren Lebensstandard im Alter halten wollen, besteht für die Rentner von Morgen weiterhin dringender Handlungsbedarf. Bild: geralt/Pixabay

Zum 01.07.2018 steht die nächste Anpassung der gesetzlichen Rente an. Für Westdeutschland werden die Rentenzahlungen ab diesem Datum um 3,22 Prozent erhöht. Im Osten beträgt der Anstieg 3,37 Prozent. Der neue Bundesarbeitsminister Hubertus Heil erklärte gestern: „Auch in diesem Jahr führen die gute Lage am Arbeitsmarkt und die Lohnsteigerungen der Vergangenheit zu besseren Renten. Das ist eine erfreuliche Nachricht für die über 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner.“

Durch die bevorstehende Anpassung erreicht der Rentenwert (Ost) 95,8 Prozent des Westwerts. „Bis spätestens zur Rentenanpassung 2024 wird der aktuelle Rentenwert (Ost) auf 100 Prozent des Westwerts ansteigen“, so Heil.

Diese Erhöhungen lassen aufhorchen und stellen die gesetzliche Rente in ein positives Licht. Denn die anhaltende Niedrigzinsphase sorgt laut Experten dafür, dass die gesetzliche Rente – kombiniert mit freiwilligen Einzahlungen sowie Nachzahlungs- und Ausgleichsbeiträgen – andere Vorsorgeformen wie Riester-, Rürup- oder private Rentenversicherungen in Sachen Rendite überholt.

Betriebliche und private Vorsorge bleiben unerlässlich

Die bequeme Vorstellung, sich bei der Altersvorsorge komplett auf die gesetzliche Rentenversicherung verlassen zu können, bleibt aber trotz der Entwicklungen der letzten Jahre eine Illusion. Denn das Rentenniveau wird weiter sinken. Stattdessen sollte Studien zufolge ein zusätzliches Alterseinkommen von durchschnittlich 800 Euro pro Monat gebildet werden, um später beim Lebensstandard keine Abstriche machen zu müssen.

Die Vorsorge über die zweite (betriebliche Altersversorgung) und dritte Säule (private Altersvorsorge) bleiben somit unerlässlich. Die Weichen dafür sind trotz Niedrigzins gestellt: So erhoffen sich Staat, Bürger und Versicherungsbranche in Sachen bAV eine zunehmende Vorsorgeabdeckung durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) und bei der privaten Vorsorge setzen die Lebensversicherer zunehmend auf Indexpolicen und Neue Klassik.

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