Cyber-Versicherer wollen mit Assistenz-Leistungen punkten

Themenseite Cyber-Schutz Gewerbe von Bernd Schlagensetter

Der Markt der Cyberversicherungen hat sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt. Besonders Assistance-Leistungen wurden von vielen Versicherern ausgebaut.

Foto: pixabay/anneileino

Wer sein Unternehmen gegen die immer häufiger auftretenden Cyber-Attacken absichern möchte, steht heutzutage vor einer vollkommen anderen Situation als noch vor wenigen Jahren. Nicht nur, dass mittlerweile viel mehr Versicherer als fünf Jahren Sicherheits-Abdeckungen gegen Datendiebstahl und Co. anbieten, auch die Policen selbst erlebten über die vergangenen Jahre eine qualitative Steigerung.

So heißt es im aktuellen Marktreport des Versicherungsmaklers Aon: „Der Markt für die Absicherung von Cyber-Risiken entwickelt sich rasant. Ständig betreten neue Versicherer die Bühne. Andere ziehen sich zurück. Für Unternehmenskunden bedeutet das: Die Versicherungsbedingungen werden stetig verbessert.“

Über die vergangenen Jahre konnten die Versicherer tatsächlich erst einmal Erfahrungswerte in einem neuen Geschäftssegment sammeln, die sie nun an die Versicherungsnehmer weitergeben können. Eine Erkenntnis war wohl, dass es bei der Cyber-Versicherung nicht nur um eine schnell und unkomplizierte Regulierung materieller Schäden geht. Mindestens genauso wichtig erscheint eine ausreichende Auswahl an Assistance-Leistungen, die die Versicherer über die vergangenen Jahre stetig ausgebaut haben.

Je nach Versicherer stehen den versicherten Unternehmen beispielsweise Schadens-Hotlines zur Verfügung, die rund um die Uhr erreichbar sind – selbst, wenn die eigene IT-Abteilung schon im Feierabend ist. Gerade wenn beispielsweise der eigene Online-Shop Opfer mittels einer Denial-of-Service-Attacke (DoS) betriebsunfähig gemacht wurde, ist schnelle und fachkundige Hilfe ein nicht zu unterschätzender Leistungsbaustein – gerade, wenn es um die Minimierung des Schadens geht.

Auch wenn Hacker mittels Schadsoftware firmeneigene Daten verschlüsseln und diese nur gegen ein Lösegeld freigeben wollen (siehe die Angriffe mit Schadprogrammen wie WannaCry und Petya), ist schnelle Hilfe gefragt.

Zudem bieten immer mehr Versicherer Prävention als Leistungsbaustein in der Cyber-Versicherung an. Denn wenn die Mitarbeiter entsprechend geschult werden, wird es Hackern erschwert, die Computer-Systeme des Unternehmens zu infiltrieren. Oftmals sind es nämlich die eigenen Mitarbeiter, die als Schwachstelle bei Cyber-Schutz gelten.

Ein weiterer Leistungsbaustein umfasst die entsprechende Rechtsberatung. Diese kann notwendig werden, wenn beispielsweise Kundendaten gehackt werden – die betroffenen Kunden können dann schnell Schadensersatz verlangen. Zudem droht Ärger von Datenschutzbehörden. Hier bieten einige Versicherer mittlerweile die Vermittlung thematisch geschulter Anwälte an.

Auch marketingtechnisch wird Hilfe angeboten – schließlich ist das Image vieler kleinerer Betriebe von immenser Bedeutung. Hier vermitteln einige Versicherer mittlerweile Kommunikationsexperten, die versuchen, den Cyber-Vorfall medial einzufangen und in geordnete Bahnen zu lenken.

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