BU: Weiterhin großer Beratungsbedarf vorhanden

Berater von Florian Burghardt

Die Absicherung der Berufsunfähigkeit ist ein komplexes Unterfangen. Damit alleingelassen würden sich viele Menschen bei Abschlusszeitpunkt und Rentenhöhe falsch entscheiden. Hier sind Makler gefragt – vor allem in Zeiten fragwürdiger Verbraucherschützer-Tipps.

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung würden sich viele Menschen ohne fachmännische Beratung falsch entscheiden.

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung würden sich viele Menschen ohne fachmännische Beratung falsch entscheiden. Bild: Anemone123/Pixabay

Knapp die Hälfte der Deutschen (49 Prozent) würde sich bei der Absicherung ihrer Berufsunfähigkeit (BU) für eine zu geringe Rente entscheiden. Das geht aus einem Wissensquiz hervor, dass Swiss Life Deutschland zusammen mit Focus Online durchgeführt hat. Insgesamt 4.262 Personen nahmen Teil und beantworteten die Fragen zum Thema Arbeitskraftabsicherung.

Als Faustformel für die Höhe der BU-Rente nennt Swiss Life 80 Prozent des derzeitigen Nettogehalts inklusive Weihnachts- und Urlaubsgeld, mindestens jedoch 1.000 Euro. Jeder zweite Quizteilnehmer hatte mit seiner Antwort darunter gelegen.

Auch beim richtigen Zeitpunkt für den Abschluss einer BU-Police liegen die Einschätzungen der Teilnehmer und die Empfehlung der Experten auseinander. Letztere raten zum Abschluss bereits während der Schulzeit. „Schüler haben zwei entscheidende Vorteile: Sie sind in der Regel kaum von Vorerkrankungen betroffen, sodass sie einen guten Schutz ohne Leistungsausschlüsse bekommen. Außerdem zahlen sie aufgrund ihres jungen Alters und niedrigen Risikos nur eine geringe Versicherungsprämie. Diese erhöht sich bei den meisten Tarifen selbst dann nicht, wenn später ein Risikoberuf gewählt wird“, erklärt Anja Brennecke, Produktmanagerin für Einkommenssicherung bei Swiss Life Deutschland. Die Mehrheit der Quizteilnehmer (80 Prozent) hatte den Eintritt ins Berufsleben oder die Gründung einer Familie als passenden Zeitpunkt genannt.

Fragwürdige Tipps

Vom frühzeitigen Abschluss einer BU hatte im vergangenen Jahr ein leitender Verbraucherschützer abgeraten. Auszubildende und Studenten könnten noch auf eine BU-Versicherung verzichten, lautete sein Tipp. Ein anderer Verbraucherschützer hatte generell vom BU-Schutz abgeraten – unter anderem weil man sich nicht sicher sein könne, ob man die Versicherung wirklich braucht. Möglicherweise tragen genau solche Äußerungen dazu bei, dass wie bei den Quizteilnehmern der Beratungsbedarf in Sachen BU weiterhin groß bleibt.

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