BU-Schutz: Fast jeder erhält ein Angebot, aber…

Berater von Florian Burghardt

So schreibt Versicherungsmakler und BU-Experte Matthias Helberg in seinem Blog, dass ihm in der GDV-Statistik gleich mehrere Angaben fehlen würden. Allen voran der Prozentsatz der Anträge, bei denen ein Versicherer zwar ein Angebot gemacht hat, die Kunden es aber nicht angenommen haben. Diese Forderung Helbergs spielt vor allem deswegen eine Rolle, weil angemessener BU-Schutz zum Beispiel für handwerkliche Berufe häufig sehr teuer ist und nicht wenige Kunden dazu bewegt, auf den Abschluss zu verzichten.

Für nicht unerheblich hält der BU-Experte auch die Anzahl der Versicherungswilligen, die bereits vor Antragsstellung aufgegeben haben, weil sie gemerkt haben, dass sie sich kaum zu vernünftigen Konditionen versichern oder sich die Beiträge nicht leisten können. Die Anzahl dieser Personen, die weder vom Vermittler noch vom Versicherer erfasst werden, könne man aber auch nicht parat haben, gesteht Helberg ein.

In der Zahlenauskopplung des GDV vermisst er dennoch weitere Angaben:

  • Die Stückzahl bearbeiteter Versicherungsanträge.
             
  • Eine Angabe, was unter „Markt“ verstanden wird, z.B. alle Lebensversicherungen, alle Invaliditätsversicherungen, alle Berufsunfähigkeitsversicherungen?
           
  • Eine Aufteilung nach BU-Renten und reinen BU-Beitragsbefreiungen (z.B. zu einer Rentenversicherung).
            
  • Die Namen der Versicherer, die (warum auch immer) keine Daten geliefert haben.

Kürzlich hatte der GDV darüber informiert, dass es in den meisten Fällen die Schuld der Kunden sei (keine Reaktion oder kein schriftlicher Leistungsantrag), wenn ihre BU-Rente nicht bewilligt wurde. Auch dieses Phänomen sowie allgemein die Transparenz in der Berufsunfähigkeitsversicherung kritisiert Helberg in seinem Blog scharf.

Seite 1: GDV veröffentlicht BU-Antragsstatistik
Seite 2: Zu hohe Prämien und mangelnde Transparenz

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