Axa will Marktführerschaft teuer erkaufen

Versicherungen Top News von Michael Fiedler

Axa hat die Übernahme der amerikanischen XL-Group angekündigt. Die XL Group ist im Sach- und Rückversicherungsgeschäft tätig. Die Übernahme würde Axa zum Marktführer im Gewerbe-Sachbereich werden lassen. Wie Analysten den Deal einschätzen.

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Kündigte die Übernahme des amerikansichen versicherers XL-Group an: Thomas Buberl, CEO von Axa. Bild: Axa

Am Montag verkündete Thomas Buberl, der deutsche CEO von Axa, dass der Konzern die amerikanische XL-Group übernehmen werde. Der auf den Bermudas beheimatete Sach- und Rückversicherer konnte 2017 ein Bruttoprämienvolumen von 14,75 Mrd. US-Dollar aufweisen. Die Übernahme würde den französischen Axa-Konzern etwas mehr kosten: nämlich 15,3 Mrd. US-Dollar.

Wie die Übernahme finanziert werden soll

Laut Axa würden den XL-Group-Aktionären 57,60 USD je Aktie angeboten. Das würde einer Prämie von 33 Prozent auf den Schlusskurs der XL-Group (02.03.2018) bedeuten. Die Finanzierung soll über Barmittel (ca. 3,5 Mrd. Euro) und nachrangiges Fremdkapital (3 Mrd. Euro) erfolgen. Zudem erhofft sich Axa durch geplantes Initial Public Offering (IPO) von Teilen der US-Aktivitäten Einnahmen in Höhe von rund 6 Mrd. Euro, die ebenfalls zu Finanzierung der Übernahme genutzt werden sollen. Die Transaktion würde die Solvabilitätsquote zum Jahresende auf 190 Prozent bis 200 Prozent drücken. Zum 31.12.2017 betrug diese bei Axa 205 Prozent.

Analyst: Übernahme "durchaus sinnvoll"

Markus Rießelmann, Aktienanalyst von Independent Research, hält die Übernahme für "strategisch durchaus sinnvoll". Denn für Axa bedeute die Übernahme der XL-Group einen deutlcihen Ausbau des Sachgeschäfts. Der betrage derzeit etwa 39 Prozent und würde nach der Transaktion über 50 Prozent liegen. Damit würde Axa die Abhängigkeit von den Entwicklungen an den Kapitalmärkten weiter abbauen, so der Analyst. Zudem werde Axa durch den Deal zum Marktführer im Sachversicherungsgeschäft bei Firmenkunden.

Kursrutsch bei Axa - Allianz profitiert

Während der Kurs von Axa nach der Ankündigung fast 10 Prozent verlor, stieg der Wert der Allianz-Aktie um 2 Prozent. Auch Allianz war ein Interesse an der XL-Group nachgesagt worden. Auch Aktienanalyst Rießelmann senkte sein Kursziel für Axa von 27,00 auf 25,00 Euro pro Aktie. Die Aktie selbst bewertet Rießelmann weiterhin mit "halten".

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