Altersvorsorge: Frauen bevorzugen Riester

Berater von Michael Fiedler

Frauen setzen bei der Altersvorsorge eher auf Riester-Produkte als Männer. Die bevorzugen Aktien. Das zeigte eine aktuelle Befragung von Amundi. Die Studie deckt auch auf, wie unterschiedlich hoch die Beträge sind, die Frauen und Männer zur Altersvorsorge aufwenden. Besonders im Fokus der Untersuchung: Das Vorsorgeverhalten der Generation 50plus.

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Bei der Altersvorsorge gehen Frauen und Männer getrennte Wege. (Symbolbild) pixabay / FreeToUseSounds

Wie sorgt die Generation 50plus für den eigenen Ruhestand vor? Dieser Frage widmete sich eine Amundi-Erhebung, für die 1.000 Personen zwischen 50 und 65 Jahren befragt wurden.

Wenig überraschendes Teil-Ergebnis: 88 Prozent werden im Ruhestand eine gesetzliche Rente beziehen. Leistungen aus einer privaten Zusatzrente erwarten 38 Prozent der Befragten und immerhin 32 Prozent verfügen über eine betriebliche Altersversorgung (bAV).

Frauen riestern - Männer setzen auf Aktien

Auffällig - so die Studienautoren - sei die Unterschiede zwischen Frauen und Männern: Sowohl bei der Produktwahl als auch bei der Höhe der für die Altersvorsorge verwendeten Geldbeträge.
So haben laut Erhebung 32 Prozent der Frauen eine private Altersvorsorge abgeschlossen - bei den Männern sind es 42 Prozent.
Bei der Produktauswahl setzen sechs von zehn Frauen (61 Prozent) auf Riester-Produkte. Für diese Produktgruppe kann sich allerdings nicht einmal die Hälfte der Männer (48 Prozent) begeistern. Im Gegensatz zu Frauen (11 Prozent) vertrauen Männer bei der Altersvorsorge auf Aktien (20 Prozent).

Verdienstunterschied macht sich bemerkbar

Dass Frauen weniger für ihre Altersvorsorge sparen als Männer, zeigt die Befragung mit diesem Ergebnis: So legen 55 Prozent der Frauen monatlich weniger als 200 Euro für die Altersvorsorge zurück. Bei Männern liegt dieser Wert bei 42 Prozent.  Verwunderlich ist das nicht, denn jüngste Auswertungen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass Frauen deutlich weniger verdienen als Männer. 2017 erhielten Frauen durchschnittlich 16,59 Euro Bruttostundenlohn. Männer hingegen, haben mit durchschnittlich 21 Euro Bruttostundenlohn auch 21 Prozent mehr als Frauen (siehe Grafik).

Dass Frauen bei der Altersvorsorge benachteiligt sind, zeigt die Amundi-Befragung auch an anderer Stelle. Gefragt nach den Ursachen für die Rentenlücke geben 45 Prozent der Befragten an, während ihres Berufslebens nicht genug verdient zu haben, um privat vorzusorgen. Auf Platz 2 der Gründe, warum nicht privat vorgesorgt werden konnte, werden von 23 Prozent Auszeiten wegen eigener Kinder genannt (Elternzeit, Kinderbetreuung). Aufgaben, die gerade in der Generation 50 plus vorwiegend von Frauen übernommen wurden.

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