Versicherer weist Jagdfeld-Vorwürfe entschieden zurück

Versicherungen von Martin Thaler

Vor dem Dortmunder Landgericht hat Signal-Iduna-Chef Leitermann den Rufmord-Vorwürfen von Immobilieninvestor Jagdfeld widersprochen. Die Beteiligung am Adlon-Fonds habe für den Versicherer keine überragende Bedeutung gehabt.

In Dortmund steht die Signal Iduna derzeit vor Gericht.

In Dortmund steht die Signal Iduna derzeit vor Gericht. Foto: dpa

Im Prozess zwischen Immobilieninvestor Anno August Jagdfeld und dem Versicherer Signal Iduna hat am Dienstag der jetzige Signal-Iduna-Vorstandschef Ulrich Leitermann ausgesagt. Leitermann wies die Vorwürfe Jagdfelds, dass die Signal Iduna Initiator einer Rufmord-Kampagne gegen ihn gewesen sei, deutlich zurück. So habe die 5-Millionen-Euro-Beteiligung am von Jagdfeld lancierten Adlon-Fonds gerade einmal 0,01 Prozent der von Leitermann zu diesem Zeitpunkt verantworteten Beteiligungen (zum damaligen Zeitpunkt Vorstand für Beteiligungen) ausgemacht. „Wieso sollte ich dann also eine Kampagne ins Leben rufen“, wird Leitermann von der Bild-Zeitung zitiert.  

Genau das wirft Jagdfeld der Signal Iduna allerdings vor und verlangt Schadensersatz von mittlerweile einer Milliarde Euro. Konkret geht um die Aussagen/ Aktionen einer Schutzgemeinschaft von Adlon-Anlegern, die sich gebildet hatte, nachdem der Fonds nicht den Erwartungen gemäß performt sowie einige Entscheidungen Jagdfelds (Verzicht auf Mietzahlungen von ihm nahestehenden Firmen) für Ärger unter den Investoren gesorgt hatte. Als Geschäftsführer dieser Schutzgemeinschaft war der mittlerweile Berliner Rechtsanwalt Thomas Fritsch tätig, der Jagdfeld öffentlich der Untreue bezichtigte – ein Vorwurf, der vor dem OLG Köln nicht haltbar war.

Jagdfeld sieht sich als Opfer einer Rufmordkampagne, hinter der letztlich nicht Anwalt Fritsch, sondern die Signal Iduna stehe. „Mit Verlaub, Herr Jagdfeld, damit waren Sie und die Beteiligung am Adlon-Fonds für unser Haus nicht wichtig genug“, widersprach Leitermann diesen Anschuldigungen laut einem Bericht des „Handelsblatts“.  

Bevor Richter Willi Pawel seine Entscheidung fällt, müssen noch weitere Vorstandsmitglieder der Versicherung aussagen. Auch Leitermann wird am kommenden Freitag noch einmal in den Zeugenstand geladen.

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