Verbraucherschützer erneuern Forderung nach Provisionsverbot

Berater Top News von Martin Thaler

Der vzbv fordert in einer Stellungnahme zu einem BaFin-Rundschreiben erneut ein Provisionsverbot. Ein Provisionsdeckel könne die Fehlanreize für Vermittler nicht unterbinden, so die Argumentation. Auch bei den Tippgeber-Regelungen soll nachgebessert werden.

Klaus Müller, Vorsitzender des Verbraucherzentrale Bundesverbandes vzbv.

Klaus Müller, Vorsitzender des Verbraucherzentrale Bundesverbandes vzbv. Foto: vzbv

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) hat seine Forderung nach einem Provisionsverbot im Versicherungsgeschäft noch einmal betont. In einem Kommentar auf eine überarbeitete Version des BaFin-Rundschreibens „Hinweise zum Versicherungsvertrieb“ kritisierten die Verbraucherschützer, dass durch die Umsetzung der IDD in deutsches Recht Fehlanreize in Form hoher Provisionen nicht entschlossen verhindert würden.  

Dies würde sich im Bereich der Lebensversicherungen auch nicht durch die Einführung eines Provisionsdeckels bessern, legt der vzbv dar. „Eine Abschlussprovision von acht Monatsbeiträgen [Anm. d. Red.: Erlaubt sind, anders als von den Verbraucherschützern dargestellt, neun Monatsbeiträge] stellt immer noch einen erheblichen Anreiz dar, Verbraucher zu einem Versicherungsabschluss zu drängen“, heißt es in der vzbv-Stellungnahme. Der einzige Zweck, den ein Provisionsdeckel erfülle würde, wäre indes die Verhinderung eines „ruinösen Wettbewerbs zwischen Versicherungsunternehmen um Vertriebskapazitäten“.  

Um ihren Standpunkt darzulegen, verweisen die Verbraucherschützer auf den 2012 bei der substitutiven Krankenversicherung eingeführten Provisionsdeckel und rechnen vor: Bei einem durchschnittlichen Monatsbeitrag in Höhe von 300 Euro kämen Vermittler noch immer auf eine Abschlussprovision von ungefähr 2.000 Euro [Anm. d. Red.: Bei neun Monatsbeiträgen á 300 Euro kommt man auf einen Beitrag von 2.700 Euro].

„Der Fehlanreiz ist offensichtlich und steht in einem Missverhältnis zu den möglichen Auswirkungen für Verbraucher, wenn sie aufgrund dieser Entscheidung nicht mehr die Möglichkeit haben, in das System der gesetzlichen Krankenversicherung zurückzukehren [...]“. Der Vermittler könne zudem mittels diverser Produktoptionen und Selbstbehalten die Erstprämienhöhe, die entscheidend für den Provisionsdeckel ist, beeinflussen.  

Seite 1: vzbv stehen zu Provisionsverbot
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