Standard Life trennt sich von Versicherungen

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Die Standard Life trennt sich von der Versicherungssparte. Die Debatte um Run-Off dürfte damit neuen Auftrieb gewinnen. Wer der Käufer ist und wie sich Standard Life in Zukunft ausrichten will.

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Standard Life trennt sich von der Versicherungssparte. Bild: David Cheskin/PA Wire /picture alliance

Neuer Besitzer für zahlreiche Lebensversicherungskunden:  Wie der Lebensversicherer Standard Life am Freitag bekannt gab, will er sein Versicherungsgeschäft an den externen Abwickler Phoenix Group abgeben. Standard Life, die 2016 mit der Investmentgesellschaft Aberdeen Asset Management zu Standard Life Aberdeen fusionierten, will sich stattdessen ausschließlich auf das Geschäftsfeld Vermögensverwaltung konzentrieren, wie das Unternehmen nun bekannt gab.

Die Versicherungssparte von Standard Life umfasst nach eigenen Angaben umfasst 4,5 Millionen Kunden, vorwiegend in den Märkten Großbritannien, Irland und Deutschland. 500.000 Lebensversicherungs-Kunden gibt der Versicherer an, in Deutschland zu haben. Die Phoenix Group will allerdings nicht nur die gekauften Verträge verwalten, sondern auch neue Policen verkaufen. Der Vertrieb- und Beratungsbereich soll hierbei bei der Standard Life Aberdeen verbleiben.

Auf procontra-Anfrage sagte Gail Izat, CEO von Standard Life Deutschland: "Da Standard Life Deutschland eine Zweigniederlassung der Standard Life Assurance Limited ist, gehen die Geschäfte dieses Unternehmens nach Abschluss der Transaktion auf Phönix über. Phönix bekennt sich voll und ganz zum europäischen Business. Die rechtliche Eigenetümerschaft ändert sich - dennoch werden wir weiterhin als Standard Life auf dem deutschen Markt agieren. Makler und Kunden werden unverändert von den gleichen Produkten, Investments, Prozessen, Angeboten und Ansprechpartnern profitieren."

Preis: Mehr als 3 Milliarden Euro

Insgesamt will die Phoenix Group 3,24 Milliarden Pfund (umgerechnet rund 3,67 Milliarden Euro) für die Standard-Life-Versicherungssparte zahlen - 960 Millionen hiervon in Form einer Beteiligung in Höhe von 19,99 Prozent an der Phoenix Group. Abgeschlossen werden soll der Deal im 3. Quartal dieses Jahres. Mit dem Geld will Standard Life Aberdeen sein weltweites Wachstum finanzieren.

Mit dem Kauf dürfte die Zahl der von der Phoenix Group verwalteten Verträge auf über zehn Millionen Stück steigen. Zuletzt hatte der Abwickler unter anderem den britischen Versicherer Abbey Life von der Deutschen Bank gekauft und das britische Geschäft von Axa inklusive dem Versicherer SunLife übernommen.

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