Ratenkredite: Und was ist mit den Freiberuflern?

Themenseite Ratenkreditmarkt von Juliane Moghimi

Haben Freiberufler grundsätzlich schlechtere Karten, wenn es um die Vergabe von Ratenkrediten geht? Das fragten wir Kevin Gebhardt, Privatkundenberater der Sparkasse Leipzig.

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Werden Freiberufler bei der Kreditvergabe benachteiligt? Bild: pixabay / JamesQube

procontra: Es gibt verschiedene Voraussetzungen für die Vergabe von Ratenkrediten. Welche müssen Kunden der Sparkasse Leipzig grundsätzlich erfüllen?  

Kevin Gebhardt: Zur den grundsätzliche Bedingungen für die Vergabe von Ratenkrediten gehört, dass der Antragsteller voll geschäftsfähig ist und das 18. Lebensjahr vollendet hat. Der Hauptwohnsitz muss in Deutschland sein und es muss eine Kontoverbindung zu einem deutschen Kreditinstitut bestehen. Das Konto wird benötigt, um einerseits die Kreditsumme zur Verfügung stellen zu können und andererseits werden die monatlichen Ratenzahlungen diesem Konto belastet. Darüber hinaus ist die Ausreichung von Krediten grundsätzlich immer von den persönlichen Verhältnissen des Antragstellers abhängig. Dabei spielt das Einkommen eine zentrale Rolle, aber auch die Größe des Haushalts ist entscheidend.  

procontra: Ist es für Freiberufler schwieriger, einen privaten Ratenkredit aufzunehmen, als für Angestellte oder Beamte?  

Gebhardt: Grundsätzlich nicht. Die standardisierten und einfachen Prozesse im Ratenkreditbereich ermöglichen auch Freiberuflern und Selbstständigen bei Erfüllung der Voraussetzungen einen schnellen Zugang zur Finanzierung.  

procontra: Unter welchen Voraussetzungen vergibt die Sparkasse Leipzig Privatkredite an Freiberufler?  

Gebhardt: Das Einkommen von Freiberuflern und Selbstständigen ist eng mit dem wirtschaftlichen Erfolg ihrer Tätigkeit verknüpft. Deshalb prüfen wir vor der Kreditvergabe die unternehmerische und wirtschaftliche Situation des Kreditinteressenten. Dafür brauchen wir den Einkommenssteuerbescheid oder eine betriebswirtschaftliche Auswertung, wie beispielsweise den letzten Jahresabschluss oder die letzte Einnahmen-Überschussrechnung. Damit verschaffen wir uns einen Eindruck, ob sich der Interessent nach Abzug aller Ausgaben, wie beispielsweise Miete oder Versicherungen, die Raten über die gesamte Darlehenslaufzeit hinweg leisten kann. Besteht größerer Finanzierungsbedarf, sind unter Umständen weitere Bonitätsunterlagen erforderlich.  

procontra: Welche Alternativen gibt es für Freiberufler und welche Bedingungen müssen sie dafür erfüllen?

Gebhardt: Freiberufler und Selbstständige haben grundsätzlich die gleichen Zugangsmöglichkeiten zu Finanzierungsmitteln wie Privatkunden. Vielmehr ergeben sich aus der freiberuflichen Tätigkeit individuelle Bedarfe und Lösungen wie zum Beispiel Leasing für Büro- oder IT-Ausstattung. Mit Leasing gewinnt man beispielsweise mehr Flexibilität bei der Ratengestaltung und auch steuerliche Vorteile.

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