Ombudsmann: Rechtsschutz bleibt das Sorgenkind

Versicherungen von Florian Burghardt

In welchen Versicherungssparten die Kunden mit Anbietern und Vermittlern 2017 zufrieden waren und wo es hingegen richtig schepperte, zeigt die neue Statistik des Ombudsmanns. Der VW-Abgasskandal spielt dabei eine wichtige Rolle.

Mit den meisten Ombudsmann-Beschwerden bleibt die Rechtsschutzversicherung auch weiterhin das Sorgenkind der Branche. Dies hat aber vor allem einen Grund.

Mit den meisten Ombudsmann-Beschwerden bleibt die Rechtsschutzversicherung auch weiterhin das Sorgenkind der Branche. Dies hat aber vor allem einen Grund. Bild: allenlee/Pixabay

Die Verbraucherschlichtungsstelle Versicherungsombudsmann e. V. hat ihren Tätigkeitsbericht für das Jahr 2017 vorgelegt. Aus diesem lassen sich zunächst positive Neuigkeiten für die Versicherungsbranche entnehmen. So ist die Gesamtzahl der bei Ombudsmann Professor Dr. Günter Hirsch eingegangenen Beschwerden mit insgesamt 19.384 erneut gesunken (2016: 19.579; 2015: 20.827).

Auch die darin enthaltenen Beschwerden über Versicherungsvermittler waren mit 279 erneut auf niedrigem Niveau. Zum Vergleich: In den letzten fünf Monaten des Jahres 2016 (aufgrund einer Gesetzesänderung wurde nur dieser Zeitraum in der statistischen Auswertung berücksichtigt) waren es noch 154.

Doch trotz der leicht gesunkenen Beschwerdezahlen fällt auf, dass die Branche weiterhin über dieselben Baustellen bei der Kundenzufriedenheit verfügt. So entfielen, wie schon im Vorjahr, die zweitmeisten Beschwerden auf die Lebensversicherung (4.597). Darin enthalten ist auch der Löwenanteil der Beschwerdeanträge über Vermittler (113). Zum Vergleich: In der allgemeinen Haftpflichtversicherung gab es 1.165 Beschwerden, in der Unfallversicherung sogar nur 813.

Dieselgate als Grund

Am stärksten von Unstimmigkeiten betroffen bleibt weiterhin die Rechtsschutzversicherung. Hierzu gingen insgesamt 4.539 Beschwerden ein, darunter allerdings nur 13 über Vermittler. Zur Rechtsschutz-Sparte hatte der Ombudsmann bereits im Vorjahr erklärt, dass eine Vielzahl von Fällen den Volkswagen-Abgasskandal betreffen würden. Hier habe nur eine einzige Anwaltskanzlei in großer Menge Beschwerden gegen manche Rechtsschutzversicherer an den Ombudsmann weitergeleitet.

Dieselbe Entwicklung hatte im vergangenen Mai auch die Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin in ihrer Beschwerdestatistik erfasst. Während die Zahl der Anträge in vielen Sparten zurückging, gab es in Rechtsschutz einen enormen Anstieg um 40 Prozent. Auch hierfür wurden zahlreiche Paralleleingaben nur einer Rechtsanwaltskanzlei, die gezielt gegen wenige Anbieter vorgeht, als Grund ausgemacht. Um welche Kanzlei es sich dabei handelt wurde nicht genannt.

Unabhängig davon wurde die Arag Rechtsschutz im letzten Jahr immer wieder von der Rechtsanwaltskanzlei Dr. Stoll & Sauer, die nach eigenem Bekunden mit über 35.000 die meisten Geschädigten im VW-Abgasskandal vertritt, öffentlich für ihre Deckungsablehnungen kritisiert – procontra berichtete

Der vollständige Tätigkeitsbericht 2017 des Ombudsmanns kann hier als PDF-Datei heruntergeladen werden. Er enthält unter anderem eine genaue Spartenaufteilung und Infos zum Bearbeitungsverfahren der Beschwerdefälle.

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