Lebensversicherer bleiben auf dem Rückzug

Versicherungen Top News von Florian Burghardt

Die Lebensversicherung steckt in der Abwärtsspirale. Das verdeutlicht einmal mehr eine aktuelle Studie der Rating-Agentur Assekurata. Neben Überschussbeteiligungen und Garantien geht sie auch auf das "Anbietersterben" ein.

Beobachtet weiter einen Anbieterschwund bei klassischen LV-Produkten: Assekurata-Geschäftsführer Dr. Reiner Will.

Beobachtet weiter einen Anbieterschwund bei klassischen LV-Produkten: Assekurata-Geschäftsführer Dr. Reiner Will. Bild: Assekurata

Um den Jahreswechsel herum haben die Lebensversicherer ihre Überschussbeteiligungen für 2018 deklariert. Wenig überraschend gaben dabei viele Anbieter Absenkungen ihres Zinsniveaus bekannt – bei der Generali erwartet die Kunden in diesem Jahr sogar ein neues Allzeit-Tief. Marktführer Allianz hingegen setzte ein Statement und hält die Verzinsung konstant.

Nun, da die Zahlen feststehen, hat die Rating-Agentur Assekurata ihre jährliche Marktstudie zu Überschussbeteiligungen und Garantien deutscher Lebensversicherer vorgestellt. Teilgenommen haben 55 Unternehmen mit einem Marktanteil von 76 Prozent (gemessen an den verdienten Bruttoprämien).

Klassik kaum noch gefragt

Die Studie offenbart einen erneuten Rückgang der laufenden Verzinsung auf dem deutschen LV-Markt. Sie sank im Marktdurchschnitt um 0,05 Prozentpunkte auf 2,83 Prozent. Damit ging sie merklich sanfter zurück als noch im Vorjahr (um 0,23 Prozentpunkte auf 2,88 Prozent).

Umso deutlicher werden die Defizite und Umwürfe in der Lebensversicherung mit Blick auf Garantieprodukte. Für ihre Auswertung zum Produktbereich klassische Rentenversicherung haben die Kölner Analysten aus Vergleichbarkeitsgründen nur Neugeschäftstarife aufgenommen, die einheitlich mit dem Höchstrechnungszins von 0,9 Prozent kalkuliert sind.

Dies ist lediglich noch bei 30 Unternehmen (Vorjahr 34) der Fall. „Somit bietet marktweit nur noch rund ein Drittel der Gesellschaften mit einem Marktanteil von knapp 50 Prozent klassische Rentenversicherungen mit Höchstrechnungszins an“, erläutert Assekurata-Geschäftsführer Dr. Reiner Will.

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