Lauterbach: PKV nur noch für Beamten reizvoll

Versicherungen von Martin Thaler

Die Bürgerversicherung konnte die SPD in den Koalitionsverhandlungen mit der Union nicht durchsetezn. Dennoch zeigt sich SPD-Gesundheitsepxerte Karl Lauterbach zufrieden mit dem Errreichten und sieht schwarz für die PKV.

Sieht das Verhandlungsergebnis zwischen Union und SPD positiv: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach.

Sieht das Verhandlungsergebnis zwischen Union und SPD positiv: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Foto: picture-alliance

Wochenlang diskutiert SPD und CDU/CSU über einen Koalitionsvertrag – ein Entwurf liegt nun seit einigen Tagen vor. Der Begriff „Bürgerversicherung“ ist in diesem jedoch nicht zu finden.  

Dennoch wertet SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach das Verhandlungsergebnis als Erfolg – auch im Hinblick auf die Abschaffung der „Zwei-Klassen-Medizin“. So habe man mit der im Koalitionsvertragsentwurf vereinbarten Absenkung des Mindestbeitrags für Selbstständige in der gesetzlichen Krankenversicherung das Neukundengeschäft für die wichtigste PKV-Zielgruppe erheblich erschwert, führte Lauterbach gegenüber der „Ärzte-Zeitung“ aus. Laut Koalitionsvertragsentwurf soll die Bemessungsgrundlage für die Mindestkrankenversicherungsbeiträge von heute 2283,75 auf 1150 Euro nahezu halbiert werden.  

Den privaten Krankenversicherern bleibe laut Lauterbach nur noch das Neugeschäft mit den Beamten – schließlich seien auch gutverdienende GKV-Versicherte nicht mehr an einem Wechsel in die PKV interessiert. Hierdurch werde die PKV für die öffentliche Hand und damit den Steuerzahler aber immer mehr zu einem Problem: So gibt es laut Lauterbach einen erheblichen Kostendruck in der Beihilfe – diese Ausgaben hierfür steigen derzeit um eine Milliarde Euro pro Jahr, Tendenz aufwärts.  

Lauterbach betonte, dass auch wenn die Bürgerversicherung keinen Einzug in den Koalitionsvertragsentwurf gefunden hat, das Thema weiterhin für die SPD auf der Tagesordnung bleiben werde. So solle weiter an einer einheitlichen Vergütungsordnung gearbeitet werden.

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