Kryptowährungen: "Totalverlust möglich"

Investmentfonds Top News von Martin Morgenstern

Bitcoins sind in aller Munde. Doch eignet sich die Kryptowährung auch für Kleinanleger? Und welche Unterschiede gibt es zwischen den Anbietern? procontra sprach darüber mit Marc Pasdag vom Vermögensverwalter Prometheus.

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Marc Pasdag (Prometheus Vermögensmanagement) im Interview über Bitcoins, Stromverbrauch und Verbote. Bild: Prometheus

procontra: Der Bitcoin ist seit 2009 am Markt. Seitdem ist der Hype um Kryptowährungen beinahe ungebrochen. Woher kommt diese konstante Begeisterung für eine digitale Währung ohne Gegenwert?

Marc Pasdag: Anfangs war das Interesse für Kryptowährungen sicher auf eine kleine Gruppe Technik-affiner und experimentierfreudiger Nutzer begrenzt. Getrieben durch staatliche Regulierungs- und Kontrollwut wurde die Zahl der Interessierten stetig größer und dank der enormen medialen Begleitung der geradezu märchenhaft anmutenden Gewinne des Jahres 2017 unterhalten sich inzwischen selbst Rentner im Wartezimmer ihres Arztes darüber, was es mit diesen Bitcoins auf sich habe.
Substantiell ist die Begeisterung für mich allein damit zu begründen, dass der Wert einer Kryptowährung allein durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird und frei ist von zentral gesteuerten Einflussnahmen auf beispielsweise die Geldmenge.

Kryptowährung: Bald anerkannte Assetklasse?

procontra: Der Managing Director Dave Chapman von Octagon Strategy geht davon aus, dass der Preis für einen Bitcoin im Jahr 2018 auf bis zu 100.000 US-Dollar steigen kann. Der bisherige Trend geht also ungebremst weiter?

Pasdag: Grundsätzlich spricht das zunehmende Interesse von Medien, Investoren und Regulierungsbehörden weltweit für weitere steigende Bewertungen von Kryprowährungen. Ob die Entwicklung allerdings ungebremst weitergeht, darf bezweifelt werden. Diese noch junge Form von Wertaufbewahrungsmitteln wird sich vermutlich zu einer anerkannten Assetklasse entwickeln. Der Weg dorthin wird aber von erheblichen Schwankungen, Rückschlägen und neuen Meilensteinen gepflastert sein. Dass die Marktkapitalisierung des gesamten Kryptowährungsmarktes von derzeit 500 -700 Mrd. USD in zehn Jahren ein Vielfaches betragen wird, ist meiner Meinung nach sehr viel wahrscheinlicher als das man diesen Geist wieder in die Flasche zurückdrängen kann.

Totalverlust möglich

procontra: Dennoch mehren sich Stimmen, die vor der Unkalkulierbarkeit von Kryptowährungen warnen. So hat zum Beispiel die BaFin vor dem Totalverlust bei Kryptowährungen gewarnt. Wo liegen die Stolpersteine und welche Risiken birgt das digitale Geld?

Pasdag: Der Markt der Kryptowährungen hat gerade erst die Geburtsstation verlassen und wird das Erwachsenenalter nicht linear ansteuern, sondern exponentiell. Im Zeitraffer werden dabei Heranwachsen und Pubertät durchlebt werden, inklusive all der Probleme und Schwierigkeiten, die es auch im richtigen Leben gibt. Welche Kryptowährungen am Ende die größten Marktanteile auf sich vereinen werden und welche bedeutungslos oder ganz verschwinden werden, ist reine Spekulation. Sicherlich haben die heute bereits etablierten Kryptos wie Bitcoin, Litecoin oder Ethereum bessere Voraussetzungen, sich zu etablieren, als neu entstehende Einheiten. Aber sicher sollte sich da niemand sein, auch Bücher.de war mal ein Platzhirsch in Deutschland, bevor Amazon es pulverisierte, Alta Vista war als Suchmaschine state-of-the-art bevor es google gab und StudiVZ war das angesagteste online-Netzwerk hierzulande bevor Facebook auf den Plan trat.
Ein Totalverlustrisiko ist also mit Sicherheit gegeben. Daher erscheint es für Investoren, die auf die Entwicklung von Kryptowährungen spekulieren wollen als ratsam, auf einen Korb der größten Währungen zu setzen und nicht Einzelne herauszupicken.

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