Jagdfeld will eine Milliarde Euro von der Signal Iduna

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An diesem Dienstag geht in Dortmund der Prozess zwischen Adlon-Investor Anno August Jagdfeld und der Signal Iduna los. Die Schadensersatzforderung wurde dabei noch einmal erhöht.

Anno August Jagdfeld, 2016 vor dem Dortmunder Landgericht.

Anno August Jagdfeld, 2016 vor dem Dortmunder Landgericht. Foto: dpa

  An diesem Dienstag kommt es im Saal 125 des Dortmunder Landgerichts zu einem lange erwarteten Zusammentreffen zweier einstiger Geschäftspartner, die nun nur noch im Streit miteinander verbunden sind. Auf der einen Seite ist der unter Beschuss geratene „Adlon“-Investor Anno August Jagdfeld, auf der anderen Seite steht der Versicherer Signal Iduna. Dessen Führungsetage soll an diesem Dienstag ihre Aussage machen.  

Gestritten wird um eine vermeintliche Rufmordkampagne gegen Jagdfeld, für die der 71-Jährige die Signal Iduna verantwortlich macht. Gestritten wird bei der Neuauflage des Prozesses dabei um einen Schadensersatz von nun einer Milliarde Euro, wie die Bild-Zeitung unter Berufung auf ein entsprechendes Schriftstück berichtet. Auf diese Summe belaufe sich laut Jagdfeld der durch die behauptete Rufmord-Kampagne zu beziffernde Schaden sowie der entgangene Gewinn. Zuvor hatte der von Jagdfeld bezifferte Schaden noch bei 536 Millionen Euro gelegen.  

Bereits im vergangenen Jahr hatte das Dortmunder Landgericht unter Richter Will Pawel in dieser Angelegenheit verhandelt. Damals hatte das Gericht einen Vergleich vorgeschlagen. Dieser sah vor, dass die Signal Iduna eine Summe in Höhe von 20 Millionen Euro an Jagdfeld zahlen und sich darüber hinaus von ihren Anteilen am Adlon-Hotelfonds trennen solle.  

Dieser Vergleich kam nicht zustande. Stattdessen wurde der von Jagdfeld veranschlagte Schaden noch einmal deutlich nach oben korrigiert. Wie der Fall ausgehen wird, ist noch nicht absehbar. Nachdem im vergangenen Jahr noch mit einer Abweisung der Jagdfeld-Klage gerechnet worden war, ließ Richter Pawel stattdessen den gesamten Versicherungs-Vorstand vorladen. Eine Handlung, die bei einigen Prozessbeobachtern so gedeutet wurde, dass sich das Gericht durchaus den Argumenten Jagdfelds zugänglich zeigen könnte.

Hintergrund: Im Streit geht es um zu geringe Ausschüttungen an dem von Jagdfeld aufgelegten Adlon-Fonds. Hierauf hatte sich eine Schutzgemeinschaft der Anleger gebildet. Für diese sprach ein Berliner Rechtsanwalt, der Jagdfeld scharf in der Öffentlichkeit kritisierte und später auch wegen Untreue anzeigte. Jagdfeld sieht hierin eine „Rufmordkampagne“, für die er die Signal Iduna verantwortlich macht.

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