Fonds-Boom – Diese Deutschen greifen zu

Investmentfonds von Florian Burghardt

Über 10 Millionen Deutsche investieren mittlerweile in Fonds und Aktien - ein neuer Höchstwert seit Beginn der Weltwirtschaftskrise. Bei welchen Zielgruppen die Nachfrage zuletzt besonders gestiegen ist, zeigt eine aktuelle Studie.

Es sind vor allem ältere Menschen mit hohem Nettoeinkommen, die zunehmend in Aktien und Fonds investieren. Die Bundesregierung solle aber helfen, den Zugang für alle zu erleichtern, so das DAI.

Es sind vor allem ältere Menschen mit hohem Nettoeinkommen, die zunehmend in Aktien und Fonds investieren. Die Bundesregierung solle aber helfen, den Zugang für alle zu erleichtern, so das DAI. Bild: 422737/Pixabay

Offenbar kommen die deutschen Sparer zunehmend zu der Ansicht, dass Niedrigzins-Geldanlagen wie zum Beispiel das Sparbuch ihr Sparguthaben eher verzehren als vermehren. Diesen Anlagen erteilen sie nun vermehrt Absagen. Im Gegenzug stecken die Menschen ihr Geld verstärkt in Fonds und Aktien. So verfügten die deutschen Vermögensverwalter noch nie über so viel Kapital wie 2017.

Laut einer Erhebung des Deutschen Aktieninstituts (DAI) gab es im Jahr 2017 insgesamt 10,061 Millionen Bürgerinnen und Bürger, die Aktien oder Aktienfonds besitzen. Das ist der höchste Stand seit dem Jahr 2007, wodurch der große Einbruch bei den Anlegerzahlen in Folge der weltweiten Wirtschaftskrise egalisiert ist.

Die Studie (jährliche Interview-Befragung von rund 28.000 Anlegern ab 14 Jahren, durchgeführt in 12 Befragungswellen durch KANTAR TNS) sagt auch einiges über die Menschen aus, die nun vermehrt zu Aktien und Fonds greifen. So ist über alle Altersgruppen hinweg ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr zu erkennen (siehe Grafik):

Westdeutsche (16,9 Prozent der dortigen Bevölkerung) sind weiterhin deutlich aktiver in Sachen Fonds und Aktien als die Menschen aus den neuen Bundesländern (11,2 Prozent). In Westdeutschland liegt die Beteiligung nun sogar um zwei Prozentpunkte höher als im Vorjahr (Ostdeutschland: plus 0,9 Prozent).

Ein deutlicher Effekt zeigt sich bei der Identifikation der neuen Aktien- und Fonds-Sparer auch beim Blick aufs Gehalt. Bei den Menschen mit einem monatlichen Nettoeinkommen von unter 2.000 Euro gab es in 2017 gar keinen Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Unverändert haben 5,9 Prozent von ihnen Aktien oder Fonds. In den anderen Einkommensbereichen verteilen sich die Zuwächse wie folgt:

  • 2.000 bis 3.000 Euro netto: 13,1 Prozent (2016: 12,1 Prozent)
         
  • 3.000 bis 4.000 Euro netto: 20 Prozent (2016: 19,8 Prozent)
         
  • über 4.000 Euro netto: 33,6 Prozent (2016: 28,4 Prozent)

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