Deutsche Sparer: Die Fonds-Freude steigt

Investmentfonds von Florian Burghardt

Die Deutschen wissen mittlerweile nicht nur, dass ihnen das Sparbuch kaum Zinsen bringt - sie schaffen es nun auch endlich sich davon zu lösen. Das zeigt die Gothaer Anlegerstudie 2018. Fonds als Geldanlage sind indes stark im Aufwind.

Immer mehr Deutsche verabschieden sich bei der Geldanlage vom Sparbuch und setzen stattdessen auf Fonds. Diese bieten deutlich mehr Rendite - aber auch ein höheres Risiko.

Immer mehr Deutsche verabschieden sich bei der Geldanlage vom Sparbuch und setzen stattdessen auf Fonds. Diese bieten deutlich mehr Rendite - aber auch ein höheres Risiko. Bild: Alexas_Fotos/Pixabay

Niedrigzins-Geldanlagen wie Sparbuch und Bausparer (Neuabschlüsse) verlieren stark an Bedeutung, Fonds hingegen sind im Aufwind und die Risikobereitschaft der Anleger steigt. Das sind die zentralen Erkenntnisse der Gothaer Anlegerstudie 2018 im Auftrag der Gothaer Asset Management AG (GoAM).

Konkret geht aus der Befragung von 1.020 Bundesbürgern hervor, dass nur noch 39 Prozent das Sparbuch als Geldanlage nutzen. Damit liegt diese Form der Geldanlage zwar immer noch auf Platz Eins, musste gegenüber den Jahren 2017 (45 Prozent) und 2015 (51 Prozent) aber ordentlich Federn lassen. Ähnlich verhält es sich mit Bausparverträgen: 2015 investierten hier noch 35 Prozent der Deutschen, 2018 sind es nur noch 28 Prozent.

Dieser Trend ist nicht neu. Jedoch zeigt die Gothaer-Studie eine zunehmende Dynamik, mit der sich Sparer aktuell von Niedrigzins-Geldanlagen verabschieden. "Den Deutschen wird immer stärker bewusst, dass sie als Sparer mit am stärksten von der Niedrigzinspolitik betroffen sind und ihre Altersvorsorge gefährdet ist“, erklärt Christof Kessler, Vorstandssprecher der GoAM. So halten mittlerweile 57 Prozent der Befragten die Niedrigzinspolitik der EZB für falsch. Vor zwei Jahren waren es noch 11 Prozentpunkte weniger gewesen.

Mehr Mut zum Risiko

Was sich hingegen steigender Beliebtheit erfreut, sind Investitionen in Fonds. Noch nie verfügten die deutschen Vermögensverwalter über mehr Geld als jetzt. Laut der Gothaer-Anlegerstudie hat bereits jeder fünfte Deutsche Fonds als Geldanlage (Vorjahr: 17 Prozent). Dementsprechend nimmt auch die Risikobereitschaft der Bundesbürger zu: 26 Prozent der Befragten wären bereit, bei der Geldanlage zu Gunsten einer höheren Rendite auch ein höheres Risiko einzugehen (Vorjahr: 20 Prozent).

Dass nicht noch mehr Deutsche in Fonds und Aktien investieren, ist weiterhin dem hohen Sicherheitsbedürfnis geschuldet. Für unverändert 52 Prozent der Bundesbürger ist die Sicherheit das entscheidende Kriterium bei der Geldanlage. Wie eine andere Studie zeigt, beschert dieser Sicherheitswahn den deutschen Sparern durch Niedrigzins und Inflation aber jährlich Milliardenverluste.

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