Debeka: PKV-Riese sieht Licht und Schatten

Versicherungen von Florian Burghardt

Einnahmenrekord, Zuwachs in Leben und Kranken – die Debeka blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2017 zurück. Doch die schönen Zahlen im Jahresbericht stehen auch für Beitragsanstiege und Regulierungsdruck - und Forderungen an die Politik.

Finstere Nacht wäre übertrieben. Aber der Blick in die Zukunft birgt aus Sicht der Debeka neben Licht auch Schatten.

Finstere Nacht wäre übertrieben. Aber der Blick in die Zukunft birgt aus Sicht der Debeka neben Licht auch Schatten. Bild: Debeka

Die Debeka-Versicherungsgruppe konnte ihre Beitragseinnahmen 2017 um 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern. Damit erreichten die Versicherungsunternehmen der genossenschaftlich geprägten Gruppe erstmals Einnahmen von über zehn Milliarden Euro (10,4 Milliarden). Zusammen mit den Geldeingängen der hauseigenen Bausparkasse übersprang die Debeka sogar die 13-Milliarden-Euro-Marke. Auch bei den genossenschaftlichen Mitgliedern und Kunden gab es ein Plus (63.000), womit der Bestand nun 7,1 Millionen Menschen mit knapp 18 Millionen Verträgen zählt.

Diese Zahlen stellte Uwe Laue, Vorstandsvorsitzender der Debeka-Versicherungsgruppe, gestern auf deren Jahrespressekonferenz vor. Mit Blick auf die Lebensversicherung sagte er: „Die private Altersvorsorge […] bleibt ein absolutes must have.“ Dies gelte unabhängig davon, dass sich in den vergangenen 10 Jahren in Sachen Geldanlage und Altersvorsorge vieles geändert habe. Für die aktuelle, von Niedrigzinsen und hohen Versicherer-Belastungen durch die Zinszusatzreserve (ZZR) geprägte Phase, kritisierte Laue die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB): „Es sind nicht die Versicherer, die ihren Kunden willkürlich weniger Zinsen zahlen wollen. Man muss erkennen, dass auch wir mit den Geldern der Kunden immer weniger Rendite erwirtschaften können.“

Die neue, kapitalmarktnähere Produktstrategie der Debeka Lebensversicherung sei mit einem Plus von 60.000 Verträgen im Jahr 2017 gut nachgefragt worden. Damit konnten die Leben-Beitragseinnahmen nach Jahren der Stagnation erstmals wieder wachsen, um zwei Prozent auf 3,47 Milliarden Euro. Zur Absicherung hochverzinster Altverträge steht nun ein ZZR-Polster von 4,1 Milliarden Euro bereit. Im laufenden Jahr erhofft man sich bei der Debeka zudem positive Effekte vom Gemeinschaftsmodell „Das Rentenwerk“. Die Arbeiten dazu würden bereits auf Hochtouren laufen, betonte Laue.

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