Cyberschäden - Unternehmen erkennen langsam die Gefahr

Themenseite Cyber-Schutz Gewerbe von Bernd Schlagensetter

Die Zahl der Cyberattacken steigt. Dieser Trend wurde lange Zeit von vielen deutschen Unternehmen ignoriert. Nur langsam ist mittlerweile ein Umdenken feststellbar, das Makler für sich nutzen können.

Zumindest bei manchen Unternehmen ist mittlerweile ein Umdenken im Hinblick auf Cyber-Gefahren zu erkennen.

Zumindest bei manchen Unternehmen ist mittlerweile ein Umdenken im Hinblick auf Cyber-Gefahren zu erkennen. Foto: Tumisu - Pixabay.de

Es sind erschreckende Zahlen, die der Digitalverband Bitkom im vergangenen Jahr präsentierte: So sind innerhalb der vergangenen zwei Jahre mehr als die Hälfte aller 1.069 in einer Untersuchung befragten Unternehmen in Deutschland Opfer von Cyberkriminalität geworden. Der durch Wirtschaftsspionage, Sabotage oder Datendiebstahl verursachte Schaden betrug demnach 55 Milliarden Euro – das waren noch einmal vier Milliarden Euro mehr als zwei Jahre zuvor.  

Eindringlich ermahnte Bitkom-Präsident Achim Berg die Geschäftsführer und Sicherheitsverantwortlichen in den Firmen: „Unternehmen müssen viel mehr für ihre digitale Sicherheit tun. Die Studie zeigt, dass die Gefahr für Unternehmen aller Branchen und jeder Größe real ist. Jeder kann Opfer von Spionage, Sabotage oder Datendiebstahl werden.“  

Die Gefahr für Unternehmen ist nicht kleiner geworden. Durch die sich immer stärker durchsetzende Digitalisierung, die Etablierung des Internet of Things (IoT) und die Vernetzung der Unternehmen miteinander ist die Wirtschaft so anfällig wie noch nie für Gefahren aus dem Internet. Der scheidende Innenminister Thomas de Maizière bekannte dann auch im aktuellen Bericht des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland: „Die vergangenen Jahre waren von IT-Sicherheitsfällen geprägt wie nie zuvor.“  

Viele Unternehmen hatten die zunehmende Zahl der Cyber-Attacken jedoch lange Zeit ignoriert. Zu abstrakt erschien das Risiko, das eigene Unternehmen wurde von den Verantwortlichen selten als potenzielles Angriffsrisiko für Hacker gewertet.  

Umdenken bei Betrieben

Doch neue Studien deuten nun ein Umdenken bei den Betrieben an – wenn auch ein langsames. So bewerteten laut der Studie eines großen Versicherers 51 Prozent der deutschen Unternehmen als potenzielles Risiko – nur Betriebsunterbrechungen (die allerdings mit einer Cyber-Attacke einhergehen können) wurden noch stärker als Risiko bewertet. Im Vergleich zum Vorjahr waren das sieben Prozent mehr, 2016 waren es gar 19 Prozent weniger.  

Das wachsende Cybergefahren-Bewusstsein schlägt sich letztlich auch in Abschlüssen nieder. So ermittelte eine andere Studie jüngst, dass mittlerweile jedes dritte deutsche Unternehmen, dass noch keine Cyber-Police abgeschlossen hat, plant, dies in den kommenden zwölf Monaten nachzuholen.  

International hängt Deutschland jedoch weiterhin zurück. So gab hierzulande jedes dritte Unternehmen (30 Prozent) an, gegen Cyber-Gefahren abgesichert zu sein. In den USA verfügen indes bereits 55 Prozent der Betriebe über den entsprechenden Schutz, in Großbritannien sind es 36 Prozent.  

Noch gibt es also viel Aufklärungsarbeit zu leisten. Diese sollte Maklern mittlerweile aber leichter fallen als noch vor einigen Jahren – dafür haben die Schadfälle der vergangenen Jahre gesorgt.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare