BVK vs. Check24: „Wir lassen uns nicht einschüchtern“

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Check24 hat letzte Woche seine Internetseiten umgebaut, um den Nutzern die Erstinformation rechtswirksam zuzustellen. Der Versuch läuft ins Leere, kritisiert BVK-Präsident Michael H. Heinz gegenüber procontra. Was er Vermittlern nun rät.

Aus seiner Sicht ignoriert Check24 erneut die "klaren und unmissverständlichen Vorgaben des Gerichts": BVK-Präsident Michael H. Heinz.

Aus seiner Sicht ignoriert Check24 erneut die "klaren und unmissverständlichen Vorgaben des Gerichts": BVK-Präsident Michael H. Heinz. Bild: Fiedler/ procontra

procontra: Ist die Umsetzung von Check24 jetzt aus Sicht des BVK in Ordnung?

Michael H. Heinz: Nein, leider nicht. Check24 hat zwar reagiert, aber das Online-Portal hält sich wieder einmal nicht an das vom OLG München ergangene Urteil. Check24 sieht in seinem aktualisierten Buchungsprozess nun zwar vor, dass der Kunde ein Häkchen anklickt, wonach er die Erstinformation heruntergeladen und gelesen hat. Wenn man dieses Kästchen aber anklickt, kann man den Versicherungsvergleich fortführen, auch ohne die Erstinformation tatsächlich herunterzuladen oder diese auch nur angezeigt zu bekommen. Dies entspricht nach wie vor nicht den Anforderungen des Urteils des OLG München. Darin hat das Oberlandesgericht einen obligatorischen, verpflichtenden Download vorgesehen und nicht etwa nur eine Aufforderung zum Download. Die Erstinformation, um die es ja geht, wird gerade nicht mitgeteilt, wenn Internetnutzer den Hinweis von Check24 überlesen und das Häkchen anklicken, ohne die Erstinformation heruntergeladen zu haben.

Wir werden daher in den nächsten Tagen entscheiden, wie wir als BVK darauf reagieren, dass Check24 die klaren und unmissverständlichen Vorgaben des Gerichts erneut ignoriert.

Im Übrigen finden wir den Hinweis von Check24 „Beratung gemäß gesetzlicher Vorschriften“ schon äußerst bemerkenswert. Zu diesen gesetzlichen Vorschriften gehört nämlich auch die nachvertragliche Beratung und Betreuung der Kunden, die über Check24 eine Versicherung abgeschlossen haben. Diese nachvertragliche Beratung und Betreuung ist ja auch für stationäre Versicherungsvermittler vorgeschrieben. Aber was passiert, wenn sich ein Versicherter im Schadensfall an Check24 wendet? Berät und betreut Check24 seine Kunden auch nach dem bloßen Abschluss einer Versicherung, was im Übrigen rechtlich vorgeschrieben ist? Hier setzen wir im Sinne des Verbraucherschutzes ein dickes Fragezeichen und werden auch das genau prüfen. Gerade die garantierte Sicherstellung der nicht immer ganz einfachen nachvertraglichen Beratung und Betreuung ist für uns im Sinne eines umfassenden Verbraucherschutzes eines der wichtigsten und essenziellsten Themen. Hier werden wir Check 24 nicht aus der Verantwortung lassen.

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