Bürgerversicherung - was nützt sie mir?

Berater Top News von Michael Fiedler

"Was nützt mir die Bürgerversicherung?" procontra-Redakteur Michael Fiedler vermisst Aufklärungsarbeit in Sachen Gesundheitssystem von seinem Makler und hält das für exemplarisch. Dabei könnte es so einfach sein.

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procontra-Redakteur Michael Fiedler meint, dass Versicherungsmittler mehr über das Gesundheitssystem aufklären sollten - gerade jetzt. Bild: Jörg Singer

Kommt es in der Öffentlichkeit zu Diskussionen über Niedrigzins in der Lebensversicherung, fallende Kurse oder Leistungsverweigerungen von Versicherungen, scheinen sich viele Versicherungsvermittler "wegzuducken" und Kundengespräche darüber eher zu vermeiden. Ganz ähnlich bei der aktuellen Debatte um Bürgerversicherung und "Zwei-Klassen-Medizin". Auch mein Versicherungsmakler (Liebe Grüße) schickte bislang keine Einladung zum Kundenabend, eine Infomail oder einen simplen Link. Warum eigentlich nicht? Meint er vielleicht, eine Betreffzeile wie "Was nützt Ihnen die Bürgerversicherung?" würde mich nicht interessieren?

Das tut es sehr wohl und damit stehe ich nicht alleine. Doch ein Großteil der Deutschen wird mit den in die Medien getragenen Begriffen wie "Bürgerversicherung" und "Zwei-Klassen-Medizin" alleine gelassen. Dabei sind diese Begriffe streng wertend und geben die Richtung vor. "Zwei-Klassen-Medizin" - da schwingt die verbale Mistforke schon mit. "Bürgerversicherung" - das klingt nach einem Lagerfeuer, um das man sich scharen sollte.

Schwachstellen klar benennen

Die wirklichen Probleme im Gesundheitssystem werden durch diese Begriffe allerdings kaum gelöst, geschweige denn angesprochen. Was ist zum Beispiel mit dem Thema Budgetierung von Kassenleistungen. Kassenärzte haben zur Abrechnung von Leistungen nämlich nur ein bestimmtes Kontingent zur Hand. Ist dieses für das jeweilige Quartal aufgebraucht, erhält der Mediziner weniger Geld für die gleiche Leistung - kein Wunder, dass die Leistung dann aufs kommende Quartal verschoben wird.
Auch die ungleiche Verteilung von Ärzten gehört angesprochen. Der Überschuss von Fachärzten in Regionen mit vergleichsweise vermögender Kundschaft, der Mangel an Ärzten in Regionen, wo der Euro verhältnismäßig häufig doppelt umgedreht werden muss.
Doch davon liest man höchstens zwischen den Zeilen. Dabei wünschen sich die Deutschen in dieser Hinsicht Aufklärung. Hier sollte der Makler in die Bresche springen und Informationen liefern können - umfassendes Material findet er an vielen Stellen. Vielleicht bleibt die unmittelbare Belohnung in Form eines Folgegeschäfts im Kranken-Vollversicherungsbereich aus. Doch dem Makler winkt etwas weitaus Wertvolleres - er kann sich gegenüber seinem Kunden als profilierter Experte in Szene setzen, als Anlaufstelle für Informationen. Das wird sich für den Makler auf Dauer dann auch auszahlen - mit oder ohne Bürgerversicherung.

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