bAV: So erreichen Sie Azubis

Berater von Michael Fiedler

Wie werden Auszubildende in deutschen Unternehmen in die betriebliche Altersversorgung (bAV) einbezogen? Das untersuchte eine Studie und liefert auch Erkenntnisse, wie betriebliche Altersversorgung (bAV) erfolgreich bei Berufseinsteigern und Auszubildenden zu platzieren ist.

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Wie kann bAV für Azubis erfolgreich in Unternehmen platziert werden? Eine Studie liefert Ansätze. Bild: pixabay / klimkin

Arbeitnehmer, deren Bruttoeinkommen unterhalb von 2.200 Euro liegt, gelten als Geringverdiener. Zu dieser Gruppe zählen auch Auszubildende. Dem Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) folgend, sollen Geringverdiener bei der betrieblichen Altersversorgung (bAV) gestärkt werden. Laut neuem § 100 Einkommensteuergesetz (EStG) hat der Arbeitgeber Vorteile bei arbeitgeberseitiger Einzahlung von mindestens 240 Euro (höchstens 480 Euro) für zusätzliche Altersversorgung im Rahmen eines Pensionsfonds, einer Pensionskasse oder einer Direktversicherung. Der Arbeitgeber kann 30 Prozent von der Lohnsteuer des Arbeitnehmers behalten, die ihm im Wege der Verrechnung mit der vom Arbeitgeber abzuführenden Lohnsteuer ausgezahlt wird.

"Die Förderung für Geringverdiener nach dem Betriebsrentenstärkungsgesetz wird sich hier sicher weiter positiv auswirken. Abzuwarten bleibt auch, welchen Einfluss künftige Opting-Out-Modelle haben werden," so Angelika Brandl, Aktuarin bei Aon Hewitt. Sie leitete eine Untersuchung, bei der das Beratungsunternehmen die Situation von Auszubildenden bei deutschen Unternehmen in Sachen betrieblicher Altersversorgung (bAV) beleuchten wollte (liegt procontra vor). Der Untersuchung liegt eine Befragung von mehr als 60 Unternehmen aus verschiedenen Branchen (Chemie, Energie, Automobil, Finanzen, Handel, Kommunikation, Lebensmittel, Maschinenbau, Pharma, Technologie, etc.) mit insgesamt 900.000 Beschäftigten in Deutschland zugrunde. Dabei handelte es sich laut Aon zumeist um börsennotierte Unternehmen und größere Familienunternehmen.

Hemmnis: administrativer Aufwand

Der Befragung zufolge bieten fast alle Unternehmen (rund 85 Prozent) auch Auszubildenden die Entgeltumwandlung als Weg der Altersvorsorge an. Allerdings liegt die Quote mit unter 60 Prozent bei arbeitgeberfinanzierten Versorgungsangeboten erheblich niedriger. Hier sehen die Studienautoren Nachholbedarf.
Den Ergebnissen zufolge ist aber nicht der finanzielle Aufwand das größte Hindernis für die Einbeziehung der Auszubildenden. Gescheut wird vielmehr in erster Linie der administrative Aufwand. Drei Viertel der Unternehmen, deren betriebliche Altersversorgung über die externen Durchführungswege Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds abgewickelt wird, beziehen Auszubildende ein. Werden hingegen die internen Durchführungswege Direktzusage oder Unterstützungskasse genutzt, sind es nur rund 30 Prozent.

"Es zeigt sich deutlich, dass die externe Betreuung der betrieblichen Altersversorgung sowohl den Mitarbeitern als auch den Unternehmen deutliche Vorteile bietet. Die zunehmende Digitalisierung der Prozesse wird künftig einige der Hürden aus dem Weg räumen, die bisher dem Nachwuchs im Wege stehen", kommentiert Aon Hewitt Geschäftsführer Fred Marchlewski das Ergebnis der Studie.

bAV erfolgreich bei Azubis platzieren

Vermittler, die bei der Ansprache zu betrieblichen Altersversorgung (bAV) erfolgreich sein wollen, sollten die pro- und contra-Argumente kennen, die von den Unternehmen zu den jeweiligen Modellen genannt werden. Auch darüber gibt die Studie Auskunft.

Arbeitgeberfinanzierte Modelle

 

Mitarbeiterfinanzierte Modelle

 

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