Bäte: "Amazon ist wichtiger als die traditionellen Wettbewerber"

Versicherungen Top News von Martin Thaler

Vor dem Tech-Giganten hat die Allianz Respekt. Dabei benötigt dieser jedoch keine Versicherungslizenz, um beim Geschäft mit Versicherungen zu profitieren.

Gut gelaunt: Allianz-Chef Oliver Bäte.

Gut gelaunt: Allianz-Chef Oliver Bäte. Foto: Allianz

Allianz-Chef Oliver Bäte hat am Freitag auf der Bilanzpressekonferenz des Versicherers seinen Respekt vor dem Tech-Giganten Amazon wiederholt. „Für uns ist Amazon wichtiger als die traditionellen Wettbewerber“, antwortete Bäte auf die Frage, ob er Respekt vor einem Markteintritt des Handelsriesen in den Versicherungsmarkt habe.  

Amazon hatte erst neulich die Gründung einer eigenen Krankenversicherung für seine Mitarbeiter in den USA bekannt gegeben. Auch in Europa hatte das Unternehmen zuletzt per Stellenanzeigen nach Versicherungsexperten gesucht.  

Bäte betonte aber, dass Amazon und andere Tech-Unternehmen keine Versicherungslizenz benötigen, um an die Gewinntöpfe der Versicherer zu gelangen. Schließlich zahle man für Klicks zum Teil mehr als für klassische Vermittler.  

Denkbar sei darum für die Allianz auch eine Zusammenarbeit mit Amazon. Hier sehen sich die Münchener auch im Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Denn schließlich suchten Unternehmen wie Amazon nach Partnern, die ganze Regionen und nicht nur einzelne Staaten abdeckten. Aus diesem Grunde werde man bei der Allianz auch weiter in die Technik investieren, um einen einheitlichen Zugang zu den Systemen zu ermöglichen, so Bäte. Trotzdem soll aufgrund der intensivierten Digitalisierungsbemühungen die persönliche Beratung nicht leiden – diesen Punkt hatte Bäte Mitte Januar auf einer Veranstaltung der „Rheinischen Post“ betont, auf der er auch andere Ziele des Versicherers ansprach.  

Erfreuliche Zahlen

Der Allianz-Chef hatte am Freitag darüber hinaus erfreuliche Zahlen zu vermelden. So sei der Gesamtumsatz der Allianz SE im vergangenen Jahr um drei Prozent auf 126,1 Milliarden Euro gestiegen, das operative Ergebnis hatte sich um 0,4 Prozent auf 11,1 Milliarden erhöht – die Münchener hatte für 2017 ein Gewinnziel zwischen 10,8 und 11,3 Milliarden Euro ausgegeben.  

Einen Rückgang beim operativen Ergebnis von minus 7,5 Prozent verzeichnete der Konzern jedoch im Geschäftsbereich Schaden- und Unfallversicherungen. Grund hierfür seien zahlreiche kostenintensive Naturkatastrophen, wie Waldbrände in Kalifornien und Stürme in Europa gewesen, die für Schadenansprüche in Höhe von 1,1 Milliarden Euro sorgten.  

Positiv verlief hingegen das Geschäft mit Lebensversicherungen – angesichts der weiter niedrig liegenden Zinsen ist das keine Selbstverständlichkeit. Hier stiegen die Beitragseinnahmen um 4,1 Prozent auf 67,3 Milliarden Euro.   Für 2018 soll der operative Gewinn zwischen 10,6 und 11,6 Milliarden liegen – betont vorsichtig, wie Bäte betonte, schließlich müsse man mit „Korrekturen am Markt“ rechnen.

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