Zahlreichen Fonds droht Verkaufsstop

Investmentfonds von Martin Thaler

In dieser Woche ist die Finanzmarktrichtlinie MiFID II in Kraft getreten. Doch viele Anbieter von Finanzprodukten scheinen entsprechende Daten nicht rechtzeitig zur Verfügung stellen zu können.

Herstellern von Finanzprodukten, die die entsprechenden Daten bis zum 3. Januar 2018 nicht vorlegen konnten, droht ein Verkaufsstop.

Herstellern von Finanzprodukten, die die entsprechenden Daten bis zum 3. Januar 2018 nicht vorlegen konnten, droht ein Verkaufsstop. Foto: knerri61 - Pixabay.de

Seit diesem Mittwoch ist mit MiFID II europaweit eine neue Finanzmarktrichtlinie in Kraft getreten. „Das große Ziel von MiFID II ist ein besserer Anlegerschutz“, ließ BaFin-Exekutivdirektorin Elisabeth Roegele wissen.  

Ein entscheidendes Element der neuen Richtlinie ist die Vorgabe, dass bereits bei der Produktentwicklung der Zielmarkt zu bestimmen ist. Das heißt übersetzt: Die Hersteller von Finanzprodukten, wie beispielsweise Fonds, müssen von vornherein festlegen, wer zum potenziellen Kundenkreis gehört. „Die Zielmarktbestimmung stellt bereits ganz am Anfang des Lebenszyklus eines Produkts wichtige Weichen für einen kundengerechten Vertrieb“, so Roegele.  

Im Umkehrschluss bedeutet dies: Liegt eine Zielmarktbestimmung nicht vor, dürfen die Fonds nicht vertrieben werden. Und offenbar scheinen zahlreiche Fondsanbieter die notwendigen Daten nicht fristgerecht zusammen zu bekommen. Dies berichtet zumindest die Süddeutsche Zeitung mit Verweis auf Daten des Fondsdaten-Spezialisten FWW.

Demnach fehlten zuletzt noch tausende Datensätze, Schätzungen gehen soweit, dass erst 50 Prozent der Fonds die entsprechenden Datensätze geliefert haben. Betroffen seien vor allem kleinere Anbieter von Finanzprodukten, berichtet die Zeitung weiter, nicht aber größere Fonds oder Anbieter, die ihre Produkte über die eigene Bank vertreiben, wie beispielsweise die Deka. 

Diejenigen Anbieter, die die Daten nicht rechtzeitig liefern konnten, droht nun ein vorläufiger Verkaufsstop. "Wir dürfen und werden die Produkte aus dem Sortiment nehmen", sagte Hans-Jürgen Bretzke, Vorstand des Maklerpools Fondskonzept, gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". 

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