WWK-Kunden "bewusst getäuscht" - Beschwerde bei BaFin eingereicht

Berater Top News von Michael Fiedler

Täuschte die WWK mit ihrem BU-Beitragsanpassungen die Kunden? Diesen Vorwurf erhebt maxpool und reichte Beschwerde bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ein.

Beitragsanpassung WWK maxpool Berufsunfähigkeit

Bei maxpool will man klare Kante gegen Preispolitik und Verhalten der WWK zeigen. Der Pool reichte Beschwerde bei der BaFin ein. Bild: pixabay / Arcaion

Die Beitragserhöhungen der WWK im BU-Bereich werden bald die BaFin beschäftigen. Anlass ist die Beschwerde von maxpool aus Hamburg. Der Maklerpool will das Verhalten und die Preispolitik des Versicherers nicht hinnehmen. Es ist nicht das erste Mal, dass das Verhalten der WWK Anlass für Kritik von maxpool ist. "Vor genau zwei Jahren machte die WWK schon einmal mit einer gravierenden Beitragserhöhung von bis zu 35 Prozent in Risikotarifen (BU und RiLV) Schlagzeilen. Von den saftigen Erhöhungen haben die Versicherungsmakler zum großen Teil aber erst von ihren Kunden erfahren", so Poolchef Oliver Drewes.

Gezielte Irreführung der WWK-Kunden?

Drewes erhebt schwere Vorwürfe gegen den Versicherer: "Die Kunden, die im Laufe der letzten Jahre einen Berufsunfähigkeitsvertrag der WWK gekauft haben, wurden bewusst getäuscht. Es ist doch kein Zufall, dass eine Beitragsanpassung von satten 35 Prozent stattfand, die nur kurze Zeit später mit 40 Prozent noch einmal getoppt wurde. Die Anpassung war offenbar im Vorfeld geplant und wurde auf zwei Schritte verteilt, um die Versicherten nicht zu sehr zu verunsichern."

Schulterschluss mit Kleinlein

Um mit dem "kunden- und maklerunfreundlichen Verhalten der WWK umzugehen" sucht maxpool auch den Schulterschluss zu Axel Kleinlein und dem Bund der Versicherten (BdV). Zwar stünde man dem BdV weiterhin kritisch gegenüber, doch es seie neue Wege gefragt, so maxpool. Oliver Drewes dazu: „Wir müssen Kante zeigen und dürfen nicht einfach still zusehen, wenn Kunden und Makler offenbar bewusst getäuscht wurden!“

BaFin: "Der Einzelfall wird geprüft"

Inwieweit die Preispolitik der WWK aufsichtsrechtliche Relevanz hat, wird nun die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) prüfen. Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens wird der Einzelfall geprüft. "Im ersten Schritt wird überprüft, ob der Sachverhalt bereits bekannt ist und ob ähnliche Beschwerden vorliegen", so ein BaFin-Sprecher auf procontra-Anfrage. Anschließend wendet sich die BaFin an das betroffene Unternehmen und fordert eine Stellungnahme ein. Hier müsste sich die WWK dann - laienhaft gesprochen - für ihre Preispolitik rechtfertigen. Die Stellungnahme des betroffenen Unternehmens wird dann Gegenstand einer aufsichtsrechtlichen Prüfung. Diese kann gegebenenfalls dazu führen, dass die BaFin mit Mitteln der Mißstandsaufsicht einschreiten muss.

Hintergründe zu der BaFin-Beschwerde gegen die WWK erläutert Poolchef Drewes im procontra-Interview.

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