Verbraucherschützer mahnen Clark ab

Berater Digital Top News von Martin Thaler

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg ist erfolgreich gegen einige Klauseln in den AGB des Online-Maklers Clark vorgegangen. Was die Verbraucherschützer zu beanstanden hatten.

Clark-Gründer Christopher Oster.

Clark-Gründer Christopher Oster. Foto: Clark

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat den Online-Makler Clark abgemahnt. Anlass der Kritik seitens der Verbraucherschützer waren die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Berliner InsurTechs.  

In einer Pressemitteilung spricht die Verbraucherzentrale von „erheblichen Rechtsmängeln“, durch die die Verbraucher benachteiligt worden seien. Als Beispiel wird ein Passus genannt, mit dem Clark seine Haftung sowie die seiner Dienstleister bei technischen Problemen mit der App oder der Homepage ausschließt.  

 „So könnte es durchaus passieren, dass Verbraucher Probleme mit dem Abschluss oder der Deckung ihres Versicherungsvertrags bekommen und das Unternehmen im Schadensfall nicht haftet, weil es sich auf technische Probleme beruft, die eigentlich in seinem Verantwortungsbereich liegen.“ erklärt Peter Grieble, Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.  

Geschäftsbedingungen anpassen

Die Berliner behielten sich zudem vor, die Geschäftsbedingungen bei einer Änderung des Marktes anpassen zu können. Ein Passus, der klar auf Kosten der Versicherungsnehmer geht, argumentiert die Verbraucherzentrale: „Dass es dabei nicht darum geht, die Interessen von Verbrauchern zu berücksichtigen, liegt auf der Hand“, sagt Grieble.  

Darüber hinaus stolperten die Verbraucherschützer über eine Bedingung, wonach Verbraucher bei einem vermuteten Missbrauch ihrer Daten diesen nicht nur sofort, sondern schriftlich mitteilen müssen. „Dass nach Ansicht des Unternehmens eine E-Mail mit einer so eiligen Information nicht ausreichend sein soll, ist nicht nachvollziehbar und vor allem rechtswidrig“, erklärt Grieble: „Anbieter dürfen in solchen Fällen nicht auf die schriftliche Form bestehen, sondern höchstens die Textform verlangen.“  

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg teilt mit, dass Clark bereits eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgegeben habe. Dennoch wolle man auch weiterhin den digitalen Markt im Auge behalten. „Wenn Anbieter den Versicherungsmarkt so elementar verändern, müssen sie auch die rechtlichen Grundlagen einhalten“, erklärt Grieble.

Auf procontra-Anfrage bestätigte Clark die Darstellung der Verbraucherschützer. Das InsurTech betonte, dass "Transparenz und die fortlaufende Verbesserung unseres Services für unsere Kunden oberste Priorität" des Unternehmens sei. 

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