„Professionelle Makler schreien wegen uns nicht auf“

Digital Berater Top News von Matthias Hundt

Michael Mebesius verantwortet bei gonetto den Versicherungsbereich. Mit procontra sprach er über Aufregung im Wettbewerb, Service für einen Euro und das Provisionsabgabeverbot.

Michael Mebesius verantwortet als Versicherungsfach- und -betriebswirt (DVA) bei gonetto den Bereich Insurance & Operations

Michael Mebesius verantwortet als Versicherungsfach- und -betriebswirt (DVA) bei gonetto den Bereich Insurance & Operations

procontra: Wem gleicht das Geschäftsmodell von gonetto am ehesten? Einem Versicherungsberater, Makler oder Vergleichsportal?

Michael Mebesius: Wir sehen uns als Vergleichsportal und wir agieren mit dem Status eines Versicherungsmaklers nach § 34d der Gewerbeordnung. Wir bieten Versicherungen an, bei denen wir die Kosten für Versicherungsschutz und Beratung voneinander trennen und transparent ausweisen.

procontra: Also konkurrieren Sie sowohl mit klassischen Maklern als auch mit Vergleichsportalen?

Mebesius: Im Prinzip stehen alle Vertriebswege im gleichen Wettbewerb. Nämlich im Wettbewerb um den Versicherungskunden. Wir richten uns an jene, die ihre Versicherungsangelegenheiten gern selbst regeln und über einen Online-Makler abschließen und betreuen lassen möchten. Diese Klientel ist vorinformiert, entsprechend gering ist ihr Bedarf an einer klassisch aufklärenden Beratung. Wir sehen uns auch weniger in Konkurrenz zu klassischen Beratungsmodellen, sondern als ergänzendes Angebot für eine bestimmte, internetaffine Zielgruppe.

procontra: Sie haben sich mehr Objektivität und Transparenz auf die Fahnen geschrieben. Wo sehen Sie Ihre Ansätze als Vergleichsportal?

Mebesius: Das BGH-Urteil aus April 2017 verpflichtet auch Vergleichsportale, hinsichtlich der Offenlegung ihrer eigenen Vergütungen, transparenter zu agieren. Damit können Kunden eventuelle Interessenskonflikte erkennen und einschätzen, wie neutral Vergleichsportale wirklich sind. Und da wir immer die gleiche Gebühr erheben, ganz unabhängig von welchem Unternehmen der Vertrag stammt, schaffen wir absolute Neutralität.

procontra: Wie hoch ist diese Gebühr?

Mebesius: Unsere Bestandspflegegebühr beträgt je Vertrag ein Euro pro Monat.

procontra: Wie viel Beratung und Betreuung ist bei einem Euro möglich?

Mebesius: Mit unserem Onlineberatungs-Tool kann der Kunde seine Leistungen direkt eindecken. Das Tool erfragt die persönliche Situation, ermittelt den individuellen Bedarf und spricht darüber hinaus Empfehlungen aus. Im Idealfall schließt der Kunde dann direkt ab. Hat er zusätzliche Fragen, so stehen wir ihm telefonisch zur Verfügung.

procontra: Das funktioniert bei einfachen Produkten aus dem privaten Sachbereich. Eine Beratung zu komplexeren Themen wie Altersvorsorge oder Arbeitskraftabsicherung frisst diesen Euro mehrfach auf. Wie verfahren Sie also mit solchen Anfragen?

Mebesius: Unser Geschäftsmodell ist nicht auf komplexere Beratungsthemen ausgelegt. Haben unsere Kunden dennoch die Anfragen, verweisen wir an das Netzwerk der con.fee AG, das bundesweit über 250 Honorarberater verfügt.

procontra: Im Gegenzug zu ihrer Gebühr vermitteln Sie entweder Nettotarife oder erstatten dem Kunden, die in seinen Bruttotarifen enthaltene Provision zurück.

Mebesius: Richtig. Abzüglich unserer Gebühr erhält der Kunde die enthaltene Provision zu 100 Prozent zurück.

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