Multi-Asset: Was steht unter dem Strich?

Investmentfonds Top News von Jan F. Wagner

Multi-Asset-Fonds blicken nicht nur auf erhebliche Mittelzuflüsse in der Vergangenheit zurück. Sie fokussieren den absoluten Ertrag und waren selten zuvor so leistungsstark.

Bei Multi-Asset-Fonds wird immer häufiger auf den Absolute Return gesetzt.

Bei Multi-Asset-Fonds wird immer häufiger auf den Absolute Return gesetzt. Foto: geralt - Pixabay.de

In der deutschen Fondsbranche greift man gerne auf englische Begriffe zurück, wenn ein Produkt oder eine Anlagestrategie besonders interessant klingen soll. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Begriff „Multi-Asset-Fonds“. Das klingt schick, steht aber eigentlich nur für einen Mischfonds. Verschiedene Anlageklassen werden also vermischt, um ein definiertes Investmentziel zu erreichen. Solche Produkte sind auch in Deutschland nicht neu; der erste Mischfonds „Fondra“ (Fonds für deutsche Renten und Aktien) wurde 1950 aufgelegt.

„Verschiedene Anlagen in einem Portfolio zu mischen, ist ein sehr altes und bewährtes Prinzip, da es nicht nur Risikoanlagen als Performance-Quelle enthält, sondern auch nicht oder wenig korrelierende Anlagen. Dadurch kann langfristig ein gutes Rendite-Risiko-Profil erzielt werden. Es gibt also nichts Neues unter der Sonne“, sagt Ali Masarwah, Chefredakteur Morningstar Deutschland.

Gleichwohl hat sich die deutsche Fondsbranche im Vergleich zu 1950 erheblich weiterentwickelt. Selten zuvor waren ihre Multi-Asset-Fonds so flexibel und leistungsstark wie heute. Die Fonds gehen seit längerem über eine starre Aktien-Renten-Strategie weit hinaus und greifen auf teils exotische Anlageklassen wie Rohstoffe oder Wandelanleihen zurück, um ihr Investmentziel zu erreichen. Auch wird der Einsatz von Derivaten inzwischen als modernes Instrument eingesetzt, um das Portfolio gegen Zins- und Währungsrisiken zu schützen.  

Was steht unterm Strich?

Aufgrund der flexiblen Anlagestrategie besteht das Ziel auch nicht mehr darin, den Aktienmarkt oder den Rentenmarkt zu schlagen. Solch eine Zielerreichung genau zu messen, wäre auch schwierig, da der moderne Mischfonds gleichzeitig in Aktien, Renten, Rohstoffe und Währungen investiert sein kann.

Für viele dieser Produkte heißt das neue Ziel „Absolute Return“. Der Begriff steht für den Versuch, einen positiven Ertrag für den Anleger zu erwirtschaften, ganz egal wie die Märkte laufen. „Im Endeffekt wollen unsere Anleger wissen, was sie verdient haben und nicht, ob ihr Fonds besser oder schlechter war als ein Vergleichsindex. Denn wenn dieser deutlich ins Minus rutscht, hat der Anleger nichts davon“, sagt Alexander Wagner, Portfoliomanager des PrivatFonds: Kontrolliert von Union Investment.

Wagners Strategie kommt bei deutschen Privatkunden sehr gut an. Sein Fonds verwaltet ein Kundenvermögen von mehr als 15 Milliarden Euro, und dabei ist das Produkt erst seit sieben Jahren auf dem Markt.

In den letzten Jahren gab es aber auch andere Erfolgsgeschichten in der Multi-Asset-Kategorie. Ein noch älteres Beispiel ist der „Multiple Opportunities Fonds“ (MOF) vom Kölner Vermögensverwalter Flossbach von Storch. Seit Start im Oktober 2007 ist der MOF inzwischen auf 12,4 Milliarden Euro angewachsen. Die Wertentwicklung des Fonds ist ebenso beeindruckend: +146 Prozent seit Auflegung. Auch hat der „Patrimoine“, das Aushängeschild des Pariser Vermögensverwalters Carmignac viel Geld von deutschen Privatkunden eingesammelt.   

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