Levelnine: blau direkt kauft sich ein

Berater Digital von Michael Fiedler

Pools und Vergleichssoftware - das scheint zu passen: blau direkt beteiligt sich am Softwarehaus ObjectiveIT, dem Hersteller der KV-Vergleichssoftware "Levelnine". Wie hoch die Beteiligung ist und was die neuen Partner planen.

Krankenvergleichssoftware LevelNine Blau Direkt

Blau Direkt kauft sich bei KV-Vergleicher LevelNine ein. Alexas_Fotos / pixabay

Der Vergleichssoftware-Markt ist um eine Kooperation reicher. Der Lübecker Maklerpool blau direkt kaufte sich bei dem Softwarehaus ObjectiveIT ein. Bekannt ist das Burscheider Unternehmen vor allem wegen der Krankenversicherungsvergleichs-Software "Levelnine". Und die soll auch ein wesentlicher Grund für die Beteiligung gewesen sein: "Wir sehen Levelnine als das leistungsfähigste KV-Vergleichsprogramm des Marktes an", hieß es von blau direkt-Geschäftsführer Lars Drückhammer.
Eine ähnliche Marktpositionierung sei auch in anderen Sparten möglich, weshalb sich der Pool für die Investition in ObjectiveIT entschieden habe, so Drückhammer weiter.

Durch die Beteiligung der Lübecker erwartet das Softwarehaus "zusätzlich sechsstellige Beträge" pro Jahr, die zum Ausbau der Entwicklungsressourcen und des Produktportfolios genutzt werden sollen. ObjectiveIT geht von künftig über 7.000 Anwendern aus.

Minderheitsbeteiligung: Signal für "mehr Gemeinsamkeit"

Der Pool erwirbt 49 Prozent der Gesellschaftsanteile. Damit verbleibt die Mehrheit der Unternehmensanteile bei den alten Gesellschaftern. Die bisherige Geschäftsführung behält die Entscheidungshoheit, betonte der Pool. Auch bliebe das Angebot für alle Marktteilnehmer frei verfügbar. Es sei vorrangiges Ziel, einen von allen vertrieblichen Einflüssen unabhängigen und in allen Sparten umfassenden Versicherungsvergleich zu gewährleisten, hieß es von Seiten des Unternehmens. Das eigene Engagement will der Pool als "Signal für einen Aufbruch zu mehr Gemeinsamkeit" in der Branche verstanden wissen. 

Kann gut sein, dass die Beteiligten damit einer Diskussion aus dem Weg gehen wollen, wie sie geführt wurde, als sich Norbert Porazik und Markus Kiener softfair kauften. Denn Porazik und Kiener sind auch Inhaber des Maklerpools Fonds Finanz. Andere Pools sahen diese "Machtkonzentration" kritisch; erste Kunden sollen bereits die Zusammenarbeit mit softfair beendet haben. Im Sommer 2017 kauften Porazik und Kiener zusätzlich den Softwarehersteller VorFina GmbH (Institut für Vorsorge und Finanzen). Die "perfekte Ergänzung für softfair", so Porazik damals.

Wenig später meldeten die Hamburger Pools Netfonds und maxpool eine Kooperation im IT-Bereich. Zuletzt erhob auch Jung, DMS & Cie. mit der Berufung von Oliver Lang als IT-Vorstand Ansprüche auf die Marktführerschaft im digitalen Bereich.

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