Kahlschlag im Gebührendickicht

Investmentfonds Top News von Julia Groth

Fixkosten runter, erfolgsabhängige Vergütung rauf: Fondsgesellschaften wollen sich stärker am Ergebnis messen lassen und testen neue Gebührenmodelle. In Zeiten von MiFID II für Fondsvermittler ein gutes Vertriebsargument

Die Investmentgesellschaft Fidelity hat ein neues Gebührenmodell eingeführt.

Die Investmentgesellschaft Fidelity hat ein neues Gebührenmodell eingeführt. Foto: chefkeem - Pixabay.de

Die Investmentgesellschaft Fidelity hat Ende vergangenen Jahres ein neues Gebührenmodell eingeführt. Bei mehreren Fonds hat sie die fixe jährliche Managementgebühr gesenkt und im Gegenzug um eine variable Komponente ergänzt. Wenn ein Manager nach Kosten seinen Vergleichsindex schlägt, bittet Fidelity Anleger künftig stärker zur Kasse. Schneidet er dagegen nur so gut ab wie die Benchmark oder gar schlechter, zahlen Investoren weniger als bisher.

Das neue Gebührenmodell soll sukzessive bei allen Aktienfonds des Anbieters zum Tragen kommen. Es soll das alte Modell ergänzen, nicht ersetzen. Kunden können sich also zwischen beiden Varianten entscheiden. „Das variable Gebührenmodell ist ein klares Bekenntnis zum aktiven Management“, sagt Alexander Leisten, Leiter des Deutschland-Geschäfts bei Fidelity. „Wenn wir nicht das liefern, was wir versprechen, tragen wir die Verantwortung dafür.“

Solche variablen Gebührenmodelle könnten in der Fondsbranche Schule machen. In den USA testet Allianz Global Investors (AGI) einen ähnlichen Ansatz, wie ihn Fidelity nun in Deutschland eingeführt hat. Für drei Aktienfonds wird nur noch eine Minimalgebühr in Höhe von 0,05 Prozent fällig, es sei denn, die Fondsmanager schlagen den US-Aktienindex S&P 500: In diesem Fall behält AGI zusätzlich 20 Prozent des Mehrertrags ein.

Auch der US-Anbieter Alliance Bernstein (AB) experimentiert mit einem erfolgsabhängigen Gebührenmodell. Seit Anfang 2017 zahlen US-Anleger für mehrere AB-Fonds nur noch eine Mini-Gebühr, zuzüglich einer variablen Komponente bei Übertreffen der Benchmark. 

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