Jacobus: „Wir haben das Ziel von Solvency II nicht erreicht“

Versicherungen von Michael Fiedler

Solvency II ist deutlich verbesserungsfähig, so Rainer Jacobus (Ideal) im Video-Interview mit Prof. Fred Wagner (Uni Leipzig). Welche Punkte Jacobus kritisiert und was aus seiner Sicht besser wäre.

Rainer Jacobus Ideal versicherung Solvency II Fred Wagner

Last oder Lust? Wie sieht Rainer Jacobus die Folgen von Solvency II? Im Video-Interview mit Prof. Fred Wagner gibt er Auskunft. Bild: Screenshot / Insurance TV

Rainer Jacobus, Vorsitzender der Vorstände der Ideal Versicherung AG, plädiert dafür, dass kleine- und mittelständische Versicherungen weniger aufwendige Solvency II-Regelungen zu erfüllen haben. Insbesondere bei den Berichtspflichten und Governance-Funktionen sollte die Aufsicht zurückgefahren werden, so Jacobus. „Die Erkenntnislage durch Solvency II ist nicht besser geworden“, so Jacobus, der in Solvency II vor allem ein Instrument zur Unternehmenssteuerung dient.
Doch ist dem so? Prof. Fred Wagner hält dagegen, dass der Verbraucherschutz besonders bei den Berichtspflichten eine gewichtige Rolle spielt. Und Wagner, dessen Institut an der Uni Leipzig die Solvency II-Berichte der Versicherer analysiert hat, stellt fest, dass sich die Versicherer kaum bemühen, eine Sprache zu verwenden, die von Kunden auch verstanden werden kann. Doch, so Jacobus, Form und Inhalt der Berichte sind vorgeschrieben. „So einfach kommen wir da nicht heraus“, meint Jacobus.

So teuer kommt Solvency II die Ideal zu stehen

Sehr offen beantwortet Jacobus auch die Frage nach den Kosten für Solvency II. Von den etwa 315 Mitarbeitern der Ideal seien etwa 15 Mitarbeiter mit Solvency II beschäftigt. Zusammengenommen würde Solvency II acht Prozent der Personalkosten verschlingen, so Jacobus.

Video-Interview zu Solvency II

 

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