Haid kontert Riester-Schelte

Berater profino von Michael Fiedler

Die Riester-Kritik vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) ist „Effekthascherei“, so Joachim Haid von der Initiative „Pro Riester“. Er stört sich an der Erhebung des Verbandes zu den Kosten bei Riester-Anbietern. Auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) kritisiert das Vorgehen der Verbraucherschützer. Die Argumente.

Joachim Haid Riester Kosten Verbraucherzentrale Bundesverband

Wendet sich die gegen die Kritik an den zu hohen Kosten bei Riester-Produkten: Joachim Haid von der Initiative Pro Riester. Bild: Fiedler/procontra

Riestern ist zu teuer – so lautete das Fazit einer Untersuchung des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Doch bei der Untersuchung seien erhebliche methodische Mängel feststellbar, kritisierte Joachim Haid von der Initiative „Pro Riester“ auf Facebook. Ein Kostenvergleich auf Basis der Muster-Produktinformationsblätter (PIB) bringe nichts, so Haid und stifte mehr Verwirrung, als dass für Transparenz gesorgt würde. Zur Problematik um das „richtige Lesen und Verstehen“ von Effektivkostenquote und Ermittlung der Chancen-Risiko-Klasse (CRK) bietet Haid auch ein Webinar auf der Onlinemesse profino an.

Zudem kritisierte Haid, dass die Kosten der Anbieter mit einer fiktiven Kenngröße aus dem Alterssicherungsbericht ins Verhältnis gesetzt wurden. Der Alterssicherungsbericht unterstellt pauschal Verwaltungskosten in Höhe von 10 Prozent (procontra veröffentlichte die genaue Textstelle). Haid weist in seiner Stellungnahme darauf hin, dass beispielsweise nicht klar wird, auf welcher Basis und in welcher Höhe Vertriebs- und Biometriekosten mitberücksichtigt wurden. Es sei beschämend, mit welcher Inkompetenz sich der Verband präsentiere, so Haid in seiner Stellungnahme. Es gehe den Verbraucherschützern offensichtlich um reine Effekthascherei, um kritische Aussagen in den Medien zu platzieren.

Kostenüberschüsse werden nicht berücksichtigt

Auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hält die Untersuchung des vzbv zu den Kostenbelastungen der Riester-Rente für methodisch nicht haltbar. „Die Verbraucherschützer rechnen nicht richtig, wenn sie die Kostenannahmen im Alterssicherungsbericht der Bundesregierung mit den Effektivkosten im Produktinformationsblatt vergleichen“, so Peter Schwark, Geschäftsführer des GDV, auf procontra-Anfrage. Die Effektivkosten müssten den theoretischen maximalen Wert unter Zugrundelegung der jeweils ungünstigsten Konstellationen bei Fondsauswahl oder Überschussbeteiligung angeben. Die wirklichen Kosten für die Kunden seien fast immer deutlich niedriger, hieß es von Seiten des GDV. So würden Kostenüberschüsse, die den Kunden zu Gute kommen, bei der Effektivkostenberechnung grundsätzlich nicht berücksichtigt.


Direkt zur Anmeldung auf profino zu: Joachim Haid: "PIB - Kostentransparenz oder totale Verwirrung" 

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