Friday gewinnt 15.000 Kunden

Digital Versicherungen von Martin Thaler

Neun Monate ist die Baloise-Digitaltochter am Markt - nun wird erstmals Bilanz gezogen. Die Konkurrenz ist auf jeden Fall aufgeschreckt.

Friday-Chef Dr. Christoph Samwer.

Friday-Chef Dr. Christoph Samwer. Foto: Friday

Mit ambitionierten Plänen ist das Versicherungs-StartUp Friday vor neun Monaten in den Markt gegangen – nun zieht die Baloise-Tochter erstmals Bilanz. Wie der Berliner Versicherer mitteilte, konnte er in den ersten neun Monaten insgesamt 15.000 KfZ-Versicherungen verkaufen.  

Als einen Wachstumstreiber machte Friday-CEO Dr. Christoph Samwer die Partner aus, „die unsere Versicherungen digital integrieren oder weiterempfehlen“. Die Berliner kooperieren unter anderem mit der Carsharing-Plattform Drivy, bei der private Nutzer ihre Autos verleihen können. Zuletzt verkündete Friday auch eine Kooperation mit dem Autobauer BMW.  

Weiterhin werden laut Samwer auch die Tarife des StartUps gut angenommen – Friday bietet unter anderem einen Tarif an, bei dem auf den Kilometer genau abgerechnet wird. Dieser Tarif sei von rund der Hälfte der Kunden abgeschlossen worden, berichtet Samwer. Von diesen hätten 50 Prozent eine Fahrleistung von unter 9.000 Kilometern im Jahr angegeben. Die größte Kundengruppe bildeten die 31- bis 40-Jährigen.  

Aufgescheuchte Konkurrenz

Friday ist nicht der einzige Digitalanbieter, der sein Glück mit KfZ-Versicherungen versucht. Auch die Ergo hat mit „Nexible“ eine Digitaltochter an den Markt gebracht, die sich zunächst ausschließlich dem KfZ-Geschäft widmet. Konkrete Verkaufszahlen hat „Nexible“ noch nicht bekannt gegeben – man muss allerdings auch fairerweise bemerken, dass der Ergo-Digitalversicherer erst seit Oktober vergangenen Jahres scharf geschaltet ist.  

Auch bei der etablierten Konkurrenz machen sich die neuen Anbieter bemerkbar. So führte die Allianz, hinter der HUK-Coburg die Nummer zwei im KfZ-Geschäft, im vergangenen Herbst eine neue Tariffamilie im KfZ-Bereich, die vor allem durch Einfachheit bestechen soll. Auch eine Tagesversicherung werde derzeit getestet, erklärte eine Sprecherin gegenüber procontra. Mit dieser sollen Wenigfahrer gewonnen werden – eine klare Kampfansage gegenüber StartUps wie Friday.

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