Deutsche Bank wird zum Versicherungsmakler

Berater Digital von Martin Thaler

Die Deutsche Bank will stärker vom Geschäft mit Sachversicherungen profitieren und schließt eine Kooperation mit Friendsurance ab. Das Geschäftspotenzial erscheint groß.

Die Deutsche Bank baut einen eigenen Versicherungsmakler auf.

Die Deutsche Bank baut einen eigenen Versicherungsmakler auf. Foto: dpa

Maklern könnte in Zukunft ein neuer, mächtiger Konkurrent erwachsen. Die Deutsche Bank hat angekündigt, ihr Geschäft mit Sachversicherungen ausbauen zu wollen. Hierzu will die größte deutsche Bank mit dem InsurTech Friendsurance kooperieren.

Dessen digitales Angebot soll in das Online-Portal der Deutschen Bank integriert werden, so dass ab Mitte 2018 den Kunden ein „VersicherungsManager“ zur Verwaltung ihrer Sachversicherungsverträge zur Verfügung steht. Zudem bestehe dann für die Kunden die Möglichkeit, Versicherungslücken zu erkennen und ihre Absicherung entsprechend zu „optimieren“. Das Geschäftspotenzial ist dabei groß: Im Jahr 2016 zahlten die Deutschen insgesamt 66 Milliarden Euro an Beiträgen für ihre Schaden- und Unfallversicherungen.  

Gerade Makler konnten laut GDV-Vertriebswegeüberblick im Sachbereich zuletzt zulegen – 27,2 Prozent des Neugeschäfts konnten sie für sich verbuchen, 2015 waren es noch 26,9 Prozent gewesen. Nur gebundene Vermittler (46,3 Prozent) konnten hier einen größeren Marktanteil aufweisen, jedoch mit abnehmender Tendenz.  

Die Deutsche Bank und Friendsurance geben sich überzeugt, dass insbesondere digitale Makler in Zukunft von den Kunden gefragt sein werden. Zumindest im Sachgeschäft – hier lassen sich viele Produkte einfacher standardisieren als im Bereich der Lebensversicherungen.  

Das Geschäft mit Sachversicherungen ist für die Deutsche Bank zudem noch aus einem anderen Grund interessant: Bestandscourtagen (warum das Sachgeschäft für Makler generell immer wichtiger wird, lesen Sie hier) . „Ich rechne damit, dass sich dadurch Gebühren im zweistelligen Millionenbereich verdienen lassen“, begründete Markus Pertlwieser, Digitalchef für das Privatkundengeschäft bei der Deutschen Bank, die Entscheidung, einen Versicherungsmakler und nicht bloß eine Vertriebsplattform aufzubauen.  

Die Kooperation zwischen FinTech-Unternehmen und Banken ist indes keine vollkommen keine neue Entwicklung. Insbesondere das InsurTech Clark schloss in den vergangenen Monaten zahlreiche Kooperationen mit Digitalbanken ab, darunter die Marktführer ING-DiBa und DKB. Auch GetSafe hatte bereits 2016 eine Kooperation mit der Sparkassen-Tochter 1822direkt vereinbart.

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