BU-Preissteigerungen: Diese Warnzeichen gilt es zu beachten

Berater Top News von Martin Thaler

Die WWK hat zum Ende des vergangenen Jahres bei zahlreichen BU-Kunden die Prämien erhöht. procontra sprach mit Makler Guido Lehberg über eventuelle Warnzeichen und die Folgen für betroffene Kunden.

Sprach mit procontra über Preissteigerungen in der BU-Versicherung.

Sprach mit procontra über Preissteigerungen in der BU-Versicherung. Foto: procontra

procontra: Gibt es Warnsignale, auf die Kunden bzw. Makler achten sollten?  

Lehberg: Man muss wirklich genau hinschauen. Eine große Differenz zwischen Brutto- und Nettobeitrag muss noch gar nichts heißen. Es gibt Gesellschaften, wie beispielsweise die LV1871, bei denen ich in der kommenden Zeit keine Anpassungen erwarte. Ganz allein aus dem Grund, dass sie bei Antragsprüfung sehr genau die Lebens- bzw. Berufssituation ihrer potenziellen Kunden abfragen, also sehr genau kalkulieren. Bei anderen Gesellschaften wie beispielsweise der Allianz, der Alten Leipziger ist die Differenz zwischen Brutto- und Nettobeitrag ohnehin sehr gering – auch hier halte ich eine Anpassung für eher nicht so notwendig wie bei einer Gesellschaft mit großen Unterschieden.  

procontra: Ist die Finanzstärke eines Unternehmens auch ein mögliches Indiz?  

Lehberg: Es hat nichts mit der Finanzstärke des Unternehmens zu tun. Unternehmen könnten zwar niedrige Nettobeiträge subventionieren, aber auf die Dauer ist das für das Unternehmen nicht zu finanzieren, dann wird aus einem finanzstarken schnell ein finanzschwaches Unternehmen.  

procontra: Gibt es denn dann gar keine Anzeichen, die den Makler zumindest stutzig machen können?

Lehberg: Ein mögliches Anzeichen für potenzielle Preissteigerungen könnte sein, wenn ein Unternehmen sehr aggressiv neu in den Markt geht. Entsprechende Unternehmen haben dann auch oft hohe Sonder- bzw. Zusatzprovisionen an die Makler gezahlt. Zudem wurde, wie bei der WWK, nicht gut kalkuliert. So kam jeder in den Akademikertarif, der studiert hatte und dessen Beruf zu mindestens 50 Prozent aus Bürotätigkeit bestand. Auch bei der Hanse-Merkur, bei der es in den vergangenen Jahren auch zu Prämienerhöhungen gekommen war, ließ sich beobachten, dass hier fast jeder Kunde genommen wurde und die Preise sehr niedrig kalkuliert waren. Das können dann unter Umständen Anzeichen sein, eine gewisse Vorsicht an den Tag zu legen. Grundsätzlich ist es aber sehr schwierig, solche Preissteigerungen vorauszusagen.  

procontra: Wie kann der Makler diese Schwierigkeit handhaben?  

Lehberg: Für den Makler sollte das heißen, dass er, wenn er mit dem Kunden über den Beitrag spricht, nur über den Bruttobeitrag zu vermitteln. Denn das ist der Beitrag, der im Gegensatz zum Nettobeitrag garantiert ist – bei einem Vertrag, der über 30 Jahre läuft, ist das von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Vorher gilt es natürlich zu klären, ob der entsprechende Tarif auch von Bedingungen zum jeweiligen Kunden passt.  

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