BU-Prämienerhöhung: Hat sich die WWK verkalkuliert?

Berater Top News von Martin Thaler

Die WWK hat die Prämien für ihre BU-Versicherung teils bis zu 40 Prozent erhöht, Makler wurden im Vorfeld nicht informiert. Hat sich der Anbieter verkalkuliert? Das sagen Makler dazu.

Die WWK hat die Prämien bei der BU-Versicherung teils deutlich angehoben.

Die WWK hat die Prämien bei der BU-Versicherung teils deutlich angehoben. Foto: WWK

Eine unschöne Überraschung erwartete im Dezember vergangenen Jahres zahlreiche Besitzer einer Berufsunfähigkeitsversicherung, die diese bei der WWK abgeschlossen hatten. Der Münchener Versicherer kündigte ihren Kunden gegenüber an, die Nettoprämien der BU-Versicherung zu erhöhen. Diese lagen teilweise zwischen 30 bis 40 Prozent, wie procontra im Gespräch mit Makler Guido Lehberg in Erfahrung bringen konnte.  

„Am stärksten betroffen sind von den Prämienerhöhungen akademische sowie kaufmännische Berufe“, erklärte der Gütersloher Versicherungsmakler. Auch die Makler Stefan und Tobias Bierl aus Kirchenrohrbach berichten in ihrem Blog von deutlichen Beitragssteigerungen, die bei einem Kunden 35 Prozent betrugen.   Die Beitragserhöhungen für handwerkliche Berufe fielen zwar geringer aus, allerdings hatten diese bereits in der jüngsten Vergangenheit eine Beitragserhöhung hinzunehmen, so dass die jeweiligen Prämien ungefähr in gleichem Maße angepasst worden seien, berichtet Lehberg.  

Zur Erläuterung: BU-Versicherer unterscheiden zwischen dem kalkulierten Tarifbeitrag, dem sogenannten Bruttobeitrag, und dem Zahlbeitrag oder Nettobeitrag. Gerade mit letzterem, niedriger liegenden, wird um Kunden geworben. Diese können sich allerdings nicht darauf verlassen, dass ihre Prämie auch in Zukunft niedrig bleibt. Geht die Risikokalkulation des Versicherers nicht auf, werden also mehr Kunden berufsunfähig als vom Versicherer errechnet, kann dieser die Beiträge bis zum im Vertrag genannten Bruttobeitrag erhöhen. 

Verkalkuliert?

Dies kann insbesondere dann für Kunden teuer werden, wenn zwischen Brutto- und Nettobeitrag große Unterschiede bestehen.  

Dass sich die WWK bei der Kalkulation ihrer Prämien verkalkuliert hat, glaubt auch Lehberg. „In der Vergangenheit war für bei der WWK keine klare kalkulatorische Linie erkennbar.“ So seien anfangs alle akademischen Antragssteller, deren Arbeitsalltag zu mindestens 50 Prozent (später: 75 Prozent) aus Bürotätigkeiten bestand, in einen günstigen Tarif eingruppiert. „Andere Anbieter fragen hier viel genauer nach, was der Antragssteller denn genau beruflich nun macht“, so Lehberg.  

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