Bilanz 2017: Verluste für Sparer, Wertzuwächse für Aktienbesitzer

Investmentfonds von Martin Thaler

Der negative Realzins hat vielen Deutschen im vergangenen Jahr Verluste beschert, wie eine Studie der DZ-Bank enthült. Hohe Wertzuwächse konnten indes Aktienbesitzer verbuchen.

Aktienbesitzer konnten sich 2017 über Wertzuwächse von 93 Milliarden Euro freuen.

Aktienbesitzer konnten sich 2017 über Wertzuwächse von 93 Milliarden Euro freuen. Foto: AhmadArdity - Pixabay.de

Aktienbesitzer in Deutschland haben 2017 einen satten Gewinn verbuchen können. Wie die DZ-Bank in einer aktuellen Studie bekannt gab, sorgten Kursgewinne für einen Wertzuwachs bei Aktien, Aktien- und Mischfonds und Zertifikaten von 93 Milliarden Euro – nur auf private Haushalte bezogen. Allein der deutsche Aktienindex DAX hatte im vergangenen Jahr um 12,5 Prozent zugelegt.  

An den meisten Deutschen geht diese Entwicklung allerdings vorbei – den anlagetechnisch gilt der Deutsche weiterhin als scheues Wesen. Laut DZ-Bank machten Ende 2017 Direktanlagen in Aktien gerademal 7,3 Prozent des privaten Geldvermögens aus. Rechnet man dann noch Aktienfonds sowie Zertifikate hinzu, liegt der Anteil noch immer unter 14 Prozent.  

Diejenigen Deutschen, die nicht in Aktien investiert hatten, musste nach DZ-Bank-Berechnungen 2017 hohe Wertverluste hinnehmen. Durch einen Anstieg der Inflationsrate auf 1,7 Prozent drehte der Realzins mit -0,8 Prozent ins Minus. Die Folge: Wertverluste von 38 Milliarden Euro.

 

Nichtsdestotrotz haben sich die Deutschen auch trotz der niedrigen Zinsen nicht von ihren Sparbemühungen abbringen lassen. So stieg die Sparquote, also der Anteil am nicht ausgegebenen Einkommen, zum vierten Mal in Folge auf nun 9,8 Prozent – 2013 hatte dieser noch bei neun Prozent gelegen.  

Insgesamt stieg das Geldvermögen der Privathaushalte in Deutschland um rund 300 Milliarden Euro auf 6,1 Billionen Euro.  

2018 wird sich laut Einschätzung der DZ-Bank die Lage für Sparer nicht wesentlich ändern. Zwar geht das Finanzinstitut von einem leichten Rückgang der Inflationsrate auf 1,4 Prozent aus, doch ein Ende der Niedrigzinsphase sei nicht in Sicht. Hierfür spricht schon, dass die Europäische Zentralbank ihr Anleihen-Ankaufprogramm bis September 2018 verlängert habe. Auch 2018 müssten sich private Haushalte demnach wieder auf negative Realzinsen einstellen, prognostiziert die Bank.

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